Im Willen Gottes zu stehen und danach zu leben, ist keine Garantie, dass alles easy läuft. Ganz im Gegenteil: Wir sollten uns auf Gegenwind einstellen! Das sehen wir bei vielen Personen der Bibel, auch bei Mose.
Nach vielen Ausreden und Zweifeln an sich und der Größe der Aufgabe (Ex 3-4), war Mose gehorsam. Jetzt, würde man meinen, würde Gott mächtig durch ihn handeln. Das war auch so…später! Man denke nur an die Zeichen vor Pharao (Ex 7,10-12), die zehn Plagen (Ex 7,14-12,30) oder auch den Durchzug durchs Schilfmeer (Ex 14,15—31). Aber zunächst bekam er und sein Bruder Aaron Gegenwind.
Der Pharao war von ihrer Bitte, die Israeliten ziehen zu lassen, nicht sonderlich beeindruckt (Ex 5,2). Im Gegenteil, daraufhin verschärfte er die Bedingungen der Sklavenarbeit sogar noch (Ex 5,6-9). Dies wiederum löste keine Begeisterung bei Moses Landsleuten aus: Der HERR richte seine Augen wider euch und strafe es, dass ihr uns in Verruf gebracht habt vor dem Pharao (Ex 5,21). Moses Reaktion folgt prompt und ist absolut verständlich.
Da wandte sich Mose an Jahwe und sagte: Herr, warum behandelst du dieses Volk so schlecht? Wozu hast du mich denn hergeschickt?
Die Bibel. (NeÜ)
Die Warum-Frage taucht auf. In der Luther-Übersetzung kommt das warum sogar noch ein zweites Mal vor: Warum hast du mich hergesandt? Wir wissen, wie mächtig Gott danach durch Mose handelte. Mose selbst wusste das aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Was er in diesem Moment wohl gedacht hatte? Ich hab’s ja gleich gesagt, das ist eine Nummer zu groß für Gott. Sagte ich nicht, dass ich das nicht kann? Super, jetzt bin ich gehorsam gewesen, und als Dankeschön sind jetzt alle, die Ägypter und sogar meine eigenen Leute, gegen mich? Gott, warum?
Mir ist das in meinem Dienst auch schon begegnet, dass ich von anderen, auch von anderen Christen, mit Worten angegriffen wurde. Das ist schmerzhaft und die Warum-Frage kommt da ganz schnell. Aber ein Blick in die Bibel hilft. Es gab Propheten, Apostel und andere Menschen, die im Auftrag Gottes unterwegs waren, und deswegen Gegenwind bekommen haben. Deshalb sollte es für uns keine Überraschung sein, auch Gegenwind zu bekommen! Es gilt, zu ertragen und durchzuhalten (1 Petr 2,19-20; 3,14; 4,13.16).
