Wir sind Weltmeister im Ausreden finden. Ich kann das nicht. Ich habe das noch nie gemacht. Der andere ist viel geeigneter und begabter als ich. Wir mögen genau wissen, zu was uns Gott sendet, aber wir drücken uns vor der Aufgabe.

Mose hatte es verbockt! Nach einem Mord an einem Sklavenaufseher musste er fliehen. Vierzig Jahre lang war er Schafhirte in der Wüste von Midian (Apg 7,29-30). Nichts mit American Dream! Bei ihm war es genau andersherum: Vom Millionär zum Tellerwäscher. Die ersten vierzig Jahre seines Lebens genoss er die Vorzüge des Palastlebens. Er hatte das beste Essen, die neuesten und schönsten Klamotten, die beste Bildung, ein angenehmes Leben und den mächtigsten Mann von Ägypten zum Ziehvater und Beistand. Und jetzt war er in einem fremden Land und hütete Schafen und Ziegen in der Wüste.

Doch Gott hat noch lange nicht fertig! Er wollte Mose zum Anführer seines Volkes machen und es durch ihn aus der Sklaverei in Ägypten herausführen (Ex 3,10).

Doch Mose erwiderte Jahwe: „Ach Herr, ich bin kein Redner. Ich konnte das noch nie. Und auch seit du mit deinem Sklaven sprichst, ist es nicht besser geworden. Ich bin schwerfällig und unbeholfen, wenn ich reden soll.“

Die Bibel. (NeÜ)

Mose fühlt sich dieser Aufgabe nicht gewachsen. Verständlich. Zwei bis drei Millionen Menschen aus der Hand eines der mächtigsten Männer und dessen Armee zu befreien, das hört sich wie ein Ding der Unmöglichkeit an. Das kann ich nicht! So die verständliche Reaktion von Mose.

Aber was war das eigentliche Problem? Mit seinem Ich kann das nicht! drückte er eigentlich folgendes aus: Gott kann das nicht! Das ist eine Nummer zu groß für Gott! Es war im Tiefsten nicht Ausdruck seiner eigenen Unfähigkeit, sondern ein Ausdruck seines Unglaubens in Gottes Fähigkeit. Hatte ihm Gott nicht zuerst gesagt, dass er selbst sein Volk befreien würde (Ex 3,8-9) und dann erst, dass er dies durch Mose vollbringen will (Ex 3,10)?

Erkenne ich dasselbe Muster bei mir? Oft sind meine Ausreden zwar fromm formuliert, im Tiefsten sind es aber Zweifel an Gottes Unfähigkeit. Mein Ich kann das nicht! ist ein Gott kann das nicht! Gott ist nichts unmöglich, trotz meiner Unfähigkeit (Ex 4,11-12).