Es liegt in der Natur des Menschen, sich mit anderen zu vergleichen. Das wird im Sport besonders deutlich. Ein Blick auf die Tabelle der Fußball-Bundesliga genügt. Es gibt einen Meister, einige, die auf den Europacup-Plätzen landen, viele im Niemandsland der Tabelle und ganz unten gibt es die Abstiegsränge. In zahlreichen Gebieten unserer Gesellschaft existieren also sowohl die Starken als auch die Schwachen.

Leider macht das auch vor vielen Gemeinden nicht halt. Da wird ein anderer bewertet, oft abgewertet und verurteilt. Es heißt dann: Das macht man doch nicht! oder Ein wahrer Christ verhält sich so. Anstatt dem anderen auf gleicher Ebene zu begegnen, erhebt man sich über ihn. So kommt man schnell vom förderlichen Ermahnen zum vernichtenden Verurteilen.

Paulus spricht das in aller Deutlichkeit an. Er zeigt das richtige Verhalten eines Gläubigen auf, der sich anscheinend stark und dem anderen gegenüber überlegen fühlt.

Hören wir doch auf, uns gegenseitig zu verurteilen! Achten wir vielmehr darauf, dass wir unserem Bruder kein Hindernis in den Weg legen und ihn zu Fall bringen!

Die Bibel. (NeÜ)

Glaubensstärke ohne Liebe vernichtet. Es fehlt eine wesentliche Eigenschaft, die uns Christen ausmachen sollte, wo ich mich über meinen Nächsten erhebe und mich im Glauben über den anderen stelle. Es fehlt die Liebe. Da in jedem Gläubigen der Heilige Geist wohnt, sollte gerade die Liebe als Auswirkung des Wirkens Jesu sichtbar sein (Gal 5,22). Leider gehen wir oft sehr lieblos mit unseren Glaubensgeschwistern um.

Hören wir doch auf, uns gegenseitig zu verurteilen! Paulus sieht die berechtigte Gefahr, dass unser Verhalten ein Hindernis für den anderen ist. Es kann zum skandalon, dem Auslöser einer Falle (so die griechische Bedeutung), werden, das den anderen vom Glauben wegbringt. Er zeigt einen anderen Weg auf. Anstatt unsere scheinbare Stärke auszuspielen, sollen wir uns auf eine tiefere Ebene begeben, die des Dienens. Anstatt den anderen zu verurteilen, versuche ich alles, um den anderen nicht zu Fall zu bringen. Es geht nicht darum, die klare biblische Lehre der Liebe wegen zu verwässern, aufzugeben oder zu verneinen. Aber es geht darum, gemeinsam Jesus ähnlicher zu werden. Betone nicht das Trennende, sondern das, was uns verbindet: den gemeinsamen Glauben an Jesus.