Als Missionar ist man meistens auf die Spenden anderer angewiesen. Das ist einerseits unangenehm, weil man immer auf andere angewiesen ist, auf der anderen Seite schärft es das Bewusstsein, in allem, auch in den finanziellen Dingen, von Gott abhängig zu sein.

Auch in Israel gab es einen Stamm, der vollzeitig im Dienst den Herrn eingespannt war, und gleichzeitig voll von den Gaben der anderen abhängig war: der Stamm Levi. Die Leviten waren sich dieser Abhängigkeit bewusst.  Letztendlich war es nicht nur die Abhängigkeit von den anderen Stämmen, sondern die Abhängigkeit von Gott. Das war nicht nur beim täglichen Einkommen so. Es betraf auch ihren Besitz.

Aber dem Stamm Levi gab Mose keinen Anteil am Landbesitz. Jahwe, der Gott Israels, sollte selbst ihr Erbbesitz sein und für sie sorgen, wie er es versprochen hatte.

Die Bibel. (NeÜ)

Sie bekamen keinen Anteil am verheißenen Land, kein Stammesgebiet wie die anderen. Sie bekamen von den anderen Stämmen einzelne Städte zum Wohnen und ein bisschen Land drum rum (Num 35,2). Das war alles. Warum?

Sie sollten diese Abhängigkeit von Gott vorleben. Ihr Fokus sollte nicht der irdische, sondern der himmlische Besitz sein. Es ging nicht darum, Land zu besitzen, sondern Gott war ihr Besitz. Das war alles, was sie brauchten. Gott würde sie mit dem versorgen, was sie benötigten. Er würde für sie sorgen, wie er es versprochen hatte.

Das ist eine feste Zusage, ein echtes Versprechen Gottes. Wenn die anderen teilen würden, was leider nicht immer der Fall war (Neh 13,10), dann würden sie ganz dem Tempeldienst zuwenden können. Gott versorgt!

Erleben wir das? Als Missionar darf ich das immer wieder praktisch spüren, dass Gott mich versorgt. Er weiß genau, wann ich was und wieviel benötige. Ja, manchmal ist es nervig, immer wieder zu Gott zu kommen, und ihm meine Abhängigkeit hinlegen zu müssen. Aber ich darf so oft staunen, wie er mich treu und überreich beschenkt.

Ich erlebe das, wenn ich zum Beispiel meine Spendenliste ansehe oder wenn mir jemand spontan einen Geldschein zuschiebt. Ich erlebe das bei Freizeiten, wo ich bei aller Arbeit, dennoch kostenlos Länder bereisen darf, bekocht werde und oft ein frisch bezogenes Bett wiederfinde. Ich darf immer wieder erleben: Gott versorgt.