Es ist schön, Menschen über Jahre begleiten zu dürfen und zu beobachten, wie diese sich geistlich entwickeln. Sie wachsen von Babychristen zu reifen Christen.
So war es ungefähr bei Josua. Er begann als Diener des Moses (Ex 24,13), machte erste Glaubenserfahrungen (Ex 17,13) und lernte, dass Gott durch ihn wirkt (Ex 17,14). Er bekam größere Aufgaben. Nach Mose Tod war er plötzlich der Anführer eines ganzen Volkes und hatte die riesige Aufgabe, sie ins verheißene Land zu führen. Er hatte verständlicherweise Respekt, ja, sogar Angst, vor dieser großen Verantwortung und Aufgabe. Gott musste ihn mehrmals ermutigen, getrost und unverzagt zu sein (Jos 1,6-7.9).
Nach sieben Jahren konnte er auf die Aufgabe zurückblicken. 30 Könige hatte er besiegt (Jos 12,7-23). Einer kam noch hinzu:
Und das waren nur die Könige westlich des Jordans (Jos 12,7). Dazu kamen noch die Gebiete östlich des Jordans (Jos 12,1-6).
Josua wusste genau, dass letztlich weder er noch die Israelitischen, siegreich waren, sondern dass sie alles ihrem Gott zu verdanken hatten. Hatte es nicht Mose unter Gottes Anweisung genauso aufgeschrieben (Ex 17,14)? Josua hatte es sogar auswendig gelernt: Der HERR führt Krieg (Ex 17,16).
Das hätte er sich damals, als er als Knecht angefangen hatte, nicht träumen lassen, dass er einmal Anführer eines Volkes sein, das verheißene Land einnehmen und viele Könige und ihre Heere besiegen würde. Voller Angst und Zweifel hat er die große Aufgabe und Verantwortung angenommen, sich dabei ganz auf Gott, seine Hilfe und seinen Beistand gebaut. Er war im Glauben gewachsen. Das kann man auch an seinen letzten Worten erkennen, die er dem Volk weitergibt. Er redet zu ihnen aus Gottes Perspektive (Jos 24,2): ich gab sie, die Könige und Völker Kanaans, in eure Hände (Jos 24,11). Ich sandte Angst und Schrecken vor euch her (Jos 24,12). Ich habe euch ein Land gegeben, um das ihr euch nicht bemüht habt (Jos 24,13).
Das ist geistliches Wachstum, zu erkennen, dass Jesus derjenige ist, der durch mich wirkt und handelt. Alles, was ich tun muss, ist mein Leben ihm ganz zur Verfügung zu stellen. Dann darf ich staunen, zu was mich Jesus gebrauchen will.
