Regelmäßig hatten wir unsere Brandübungen an der Klostermühe, einem christlichen Freizeitheim der Fackelträger. Der schrille Alarm treibe alle aus den Häusern. Die Gäste mussten sich auf dem Sportplatz in Gruppen aufstellen. Die verantwortlichen Mitarbeiter mussten zur BMZ (Brandmelderzentrale) kommen, um abzulesen, in welchem Zimmer es brennt. Zwei Mitarbeiter mussten dort dann nachschauen, ob es wirklich brennt oder nur ein Fehlalarm war. Die Routine war nötig, um bei einem richtigen Feuer, das richtige zu machen.
In Notfällen regieren wir Menschen oft so. O.K. Ruhe bewahren. Was muss ich jetzt tun, um diese Notsituation wieder in den Griff zu bekommen? Was bei einem Brandfall sicherlich gut ist, übernehmen wir leider auch in unserem täglichen Leben. Es tritt irgendein Problem auf, Wie oft komme ich dann in diesen Notfall-Modus hinein? Wie kann ich dieses Problem jetzt lösen? Was muss ich als nächstes tun?
Das ist den Bewohnern von Jerusalem auch passiert. Ihre Stadt wurde belagert. Man ist sich nicht sicher, ob es sich in diesem Abschnitt um die Belagerung Babylons handelte, die letztendlich 586 v. Chr. zur Einnahme und Zerstörung Jerusalems führte. Vielleicht wird hier aber auch eine frühere Belagerung, die 701 v. Chr. unter den Assyrern stattfand, angesprochen.
Zwischen den beiden Mauern habt ihr ein Becken gebaut, um das Wasser des alten Teiches zu sammeln. Aber ihr hattet keinen Blick für den, der das alles bewirkt hat. Ihr habt nicht auf den Gott geachtet, der es seit Langem vorbereitet hat.
Die Bibel. (BB)
Die Jerusalemer waren aktiv. Sie waren mit einem bedrohlichen Szenario bedroht und jetzt galt es zu handeln. Sie hatten sich schon im Vorfeld für eine eventuelle Belagerung gewappnet. Sie bauten ein Trinkwasserreservoir in der Stadt, um genügend Wasser für Mensch und Vieh zu haben. Sie rissen Häuser ab, um Steine für die Ausbesserung der Stadtmauer zu haben (Jes 22,10). Das Waldhaus, ein Waffenarsenal, wurde leergeräumt, um die Soldaten entsprechend auszurüsten (Jes 22,8). Es wurde alles unternommen, um der Gefahr zu begegnen.
Nur eines hatten sie vergessen, sich an Gott zu wenden. Sie hatten ihn aus den Augen verloren, sich von ihm abgewandt. Wie reagiere ich, wenn in meinem Leben eine Notsituation eintritt? Gehe ich gleich zu Gott oder versuche ich es, alleine in den Griff zu bekommen?