Ein Verkünder schlechter Botschaft ist oft nicht so beliebt. Jeremia musste das am eigenen Leibe erfahren. Er kündigte die Zerstörung Jerusalems und die Babylonische Gefangenschaft an, aber keiner wollte das hören (Jer 7,27). Er wurde als Lügner abgestempelt (Jer 43,2). Jeremia landete in einer Zisterne, wurde dort eingesperrt, steckte dort tief im Schlamm und man wollte ihn dort umbringen (Jer 38,4-6). Am Ende seines Dienstes wurde er sogar nach Ägypten verschleppt (Jer 43,5-7). Er hatte keinen leichten Dienst!
Aber es ist auch nicht so, dass er nur schlechte Nachrichten gehabt hätte. Er redete trotz des Ungehorsams des Volkes über dessen Rückkehr nach Israel und über die Bestrafung der Babylonier.
Aber nach 70 Jahren ist die Zeit erfüllt. Dann werde ich Rache nehmen am babylonischen König und an seinem Volk. Ihre Schuld werde ich ihnen heimzahlen. Auch das Land der Babylonier werde ich strafen, für immer wird es eine Wüste bleiben. – So lautet der Ausspruch des Herrn.
Die Bibel. (BB)
Das traf genauso ein. Die Gefangenschaft dauerte 70 Jahre. Es war 605 v. Chr., dass zum ersten Mal die Juden in Gefangenschaft geführt wurde. Daniel und seine Freunde waren da drunter (2 Kön 24,1-4; Dan 1,1-6). 536 v. Chr. kehrten die ersten Rückkehrer unter Serubabel zurück (Esr 1,5), damit erfüllt würde das Wort des Herrn, das durch den Mund Jeremias gesprochen war (Esr 1,1).
Jesus gab uns auch einen Verkündigungsauftrag (Mt 28,19-20). Wir nennen es auch die Frohe Botschaft (Evangelium = Frohe Botschaft, Gute Nachricht). Die Rettung durch Jesus, die Sündenvergebung, Kinder Gottes zu heißen, Gemeinschaft mit Gott, ewiges Leben und vieles mehr, ist diese Frohe Botschaft. Wir sollten aber vorsichtig sein, nur von einem Gott der Liebe zu sprechen und das Gericht wegzulassen. Gott ist auch der Gott der Gerechtigkeit, der alles Unrecht richten wird (1 Petr 4,5). Und die Konsequenzen des Nicht-Umkehren-Wollens sind für den Einzelnen tödlich (Röm 6,23). Wir müssen bei der Verkündigung zuerst einmal die schlechte Nachricht verkündigen, um die gute Nachricht überhaupt glaubhaft machen zu können. Was bringt es, wenn wir nur von der Liebe Gottes reden, und die Tatsache, dass wir Sünder sind, dabei unter den Tisch kehren (Röm 5,8)? Beides gehört dazu. Erst so wird die Gute Nachricht daraus.