Wenn man einen neuen Job annimmt, dann ist man hochmotiviert und freut sich auf diese neue Aufgabe. Man malt sich aus, was man ins Unternehmen einbringen und was man alles bewirken kann.

Jesaja hatte gerade von Gott persönlich so ein Jobangebot bekommen. Gott ist auf der Suche nach einem Propheten, der bereit ist zu seinem Volk zu predigen. Jesaja nimmt voller Überzeugung an: Hier bin ich, sende mich (Jes 6,8). Er ist bereit dazu, sich von Gott gebrauchen zu lassen. Gott gibt ihm dann eine Arbeitsbeschreibung, aber er sagt auch gleich, wie effektiv Jesajas Dienst sein würde.

Er sagte: »Geh und sprich zu diesem Volk: ›Hört nur zu – doch kommt nicht zur Einsicht! Seht nur hin – doch erkennt nichts!‹

Die Bibel. (BB)

Jesajas Predigen ist davon geprägt, dass die Menschen nicht umkehren, sondern ihr Herz gegenüber Gott noch mehr verhärten (Jes 6,10). Es ist nicht so, dass die Leute nicht zuhören würden, aber ihre Reaktion wird nicht die gewünschte sein. Sein Predigen hat durchaus eine Wirkung auf die Zuhörer. Es bewirkt Verhärtung! Es ist aber in dem Sinne erfolglos, dass das Volk nicht umkehren wird. Jesaja wird ihnen sogar das bei Gott beschlossene Gericht ankündigen (Jes 6,11-12).

Armer Jesaja! Da beginnst du eine neue Aufgabe und weißt schon im Voraus, dass dein Predigen ein Gerichtspredigen für deine Zuhörer sein wird. Es ist nicht so, dass Jesaja nur schlechte Botschaft hätte. Seine Botschaft war immer von Gericht einerseits, aber auch von Hoffnung geprägt. Wie wohltuend sind die Worte Gottes an ihn: der Stumpf bleibt. Er ist wie ein heiliger Same, aus dem Neues wächst (Jes 6,13). Er kündigt Gericht an, aber auch die Wiederherstellung. Aber die Wiederherstellung liegt in der Zukunft. Diese Generation wird nicht umkehren.

Das Erstaunliche ist, dass Jesaja nie gekündigt hat. Er war Prophet bis ans Lebensende. Er hat das verkündigt, was ihm Gott aufgetragen hatte. Jesaja war auch nicht dafür verantwortlich, wie die Menschen auf seine Botschaft reagierten. Er war nur dafür verantwortlich, dass diese Botschaft gepredigt würde. Und dies hat er gemacht, ganz treu.

Wo tue ich treu meinen Dienst, den mir Gott aufgetragen hat? Und das, unabhängig davon, wie die Reaktionen der Menschen auf das Evangelium sein mögen.