Wer kennt es nicht? Wenn man als Kind wütend war, ist man in sein Zimmer gestapft, hat die Tür zugeknallt, dann abgeschlossen und zuerst mal geschmollt! Jesus redet auch vom Türe schließen, aber nicht, weil jemand zornig ist, sondern weil es ein Beispiel dafür ist, wie ein Kind Gottes beten soll.

Wenn du betest, geh in dein Zimmer und schließ die Tür. Bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird dich dafür belohnen.

Die Bibel. (LUBB)

Beim Beten geht es nicht um ein zur Schau stellen meiner Frömmigkeit, wie es die Scheinheiligen zu Jesu Zeiten gemacht haben. Sie haben ihr Gebet an öffentlichen Stellen, wie in der Synagoge oder an Straßenecken, zelebriert, sodass sie von den Anwesenden gesehen wurden. Sie habe sich damit die Bewunderung von den anderen erhofft und sicherlich auch regelmäßig erhalten (Mt 6,5).

Beim Beten geht es um Beziehungspflege, ehrliche Kommunikation mit Gott. Ich darf ihm alles sagen, meine tiefsten Gedanken, meine drängendsten Sorgen, auch meine ehrliche Bewunderung für ihn ausdrücken. Ich darf ihm mein Versagen bringen, meine Zweifel äußern und mich erneut unter seine Führung stellen. All das, geht niemanden etwas an, aber ich kann es offen und ehrlich Gott sagen.

Das kann ganz wörtlich im abgeschlossenen Zimmer geschehen, aber auch bei einem Gebetsspaziergang in der Natur oder einem spontanen Stoßgebet in meinem Kopf. Natürlich ist auch ein Platz für ein gemeinschaftliches Gebet im Gottesdienst, in der Jugendgruppe oder vor dem Essen, das wurde auch am Anfang der Gemeinde so praktiziert (Apg 1,14.24; 2,42; 3,1, 4,31; 6,6; etc.). Aber auch da geht es nicht um ein zur Schau stellen, sondern um Beziehungspflege, um Kommunikation als Gläubige mit dem himmlischen Vater.

Was drückt mein Gebet aus? Warum bete ich überhaupt? Und verhallt mein Gebet nicht an der Zimmerdecke? Im Gebet zeige ich meine totale Abhängigkeit von Gott, von Jesus. Ich bete ihn an, danke ihm, bring ihm meine Schuld, bitte ihn für mich und andere. Ich darf ihm alles sagen, er hört zu, freut sich daran und erhört es. Jesus formuliert das so: Er wird dich dafür belohnen

Praktiziere das jetzt. Geh in dein Zimmer und schließ die Tür. Bete zu deinem Vater!