„Wenn jemand mein Jünger sein will, muss er sich selbst verleugnen, sein Kreuz auf sich nehmen und mir nachfolgen“ (Markus 8, 34)  – Warum muss er sich selbst verleugnen?

Antwort

„sich selbst verleugnen“ – bildhaft gemeint: „sich an zweite Stelle setzen“ oder anders herum gesagt, Jesus muss die #1 bleiben. Wenn ich letztendlich immer das mache, was ich für richtig halte (das letzte Wort habe), kann Nachfolge nicht funktionieren. Das deutsche Wort Nachfolge macht das klar, jmd. nach-folgen.

Louw und Nida schreiben dazu: 

In einer Reihe von Sprachen macht es einfach keinen Sinn, “Nein zu sich selbst zu sagen” zu übersetzen, und in vielen Fällen ist es auch nicht möglich, einen Ausdruck wie “sich selbst verleugnen” zu verwenden, da dies fast immer bedeutet, dass man sich selbst etwas verweigert. Manchmal kann die Bedeutung auch bildlich oder idiomatisch ausgedrückt werden, z. B. “sich weigern, den eigenen Wünschen Beachtung zu schenken” oder “sich weigern, an das zu denken, was man nur für sich selbst will”. In bestimmten Fällen können auch andere Redewendungen verwendet werden, z. B. “sich an das Ende der Fahnenstange stellen” oder sogar “zu seinem Herzen sagen: Sei still”.

Johannes P. Louw und Eugene Albert Nida, Greek-English lexicon of the New Testament: based on semantic domains (New York: United Bible Societies, 1996), 355-356.