Oft bemerke ich meine deutsche Prägung, gerade wenn es um die Einhaltung von Gesetzen geht. Ja nichts falsch machen ist meine Devise. Dass ich daran immer wieder scheitere, wurde mir wieder deutlich, als ich geblitzt wurde, obwohl ich brav 50 km/h gefahren bin. Ich war überzeugt, dass ich korrekt gehandelt habe, leider dachte ich in diesem Moment nicht an das 30 km/h-Schild, das am Ortseingang aufgestellt war.
Es ist unmöglich, alle circa 100 000 Gesetze, Rechtsverordnungen und Einzelnormen die in Europa, Deutschland und meinem Bundesland gelten, einzuhalten. Von manchen Gesetzen weiß ich wahrscheinlich gar nicht, dass ich sie gebrochen habe. Egal, ich habe sie dennoch gebrochen!
Damals gab es religiöse Juden, die von dieser Devise überzeugt waren: Ja nichts falsch machen. Als Gottes auserwähltes Volk war es Pflicht, sich an alle seine Gesetze und Verbote zu halten. Da gehörte es zum Beispiel auch dazu, dass Männer beschnitten wurden. Nur so galt man als wahrer Jude, Auserwählter Gottes und als gerettet.
Paulus, einst ein extremer Verfechter und penibler Einhalter der jüdischen Gesetze, wehrt sich gegen die Überzeugung, ein wahrer Jude sei jemand der alle Gesetze einhalte,
sondern ein wahrer Jude ist der, der es innerlich ist, und die wahre Beschneidung ist die, die am Herzen geschieht. Sie kommt nicht durch die genaue Befolgung der Vorschrift zustande, sondern durch Gottes Geist. So einer bekommt das Lob nicht von Menschen, sondern von Gott.
Die Bibel. (NeÜ)
Ein wahrer Jude, einer der tatsächlich zu Gottes Volk, zu ihm, gehört, ist derjenige, der den Geist Gottes in sich hat. Die Bibel ist eindeutig. Da kann es sich nur um jemanden handeln, der an Jesus glaubt und ihm nachfolgt (Apg 2,38; 1 Kor 12,3; Gal 3,14). Paulus sagt das deutlich: Die wirklich Beschnittenen sind wir, denn wir dienen Gott unter der Leitung seines Geistes und vertrauen nicht auf unsere Vorrechte und auf eigene Leistungen, sondern auf Jesus Christus (Phil 3,3).
Es ist der Heilige Geist, der den Unterschied macht. Beziehung mit Gott habe ich durch den Geist Gottes, nicht durch die genaue Befolgung der Vorschrift. Sie beschreiben lediglich seinen Charakter. So ist er, und deshalb will ich auch so leben. Und allein sein Heiliger Geist befähigt mich dazu.
