1543 veröffentlichte Nikolaus Kopernikus sein Buch Über die Kreisbewegung der Weltkörper. Darin beschrieb er ein heliozentrisches Weltbild, also dass die Sonne im Zentrum steht und sich die Erde um sie dreht. Bisher hatte man genau das Gegenteil geglaubt, nämlich dass die Erde im Mittelpunkt steht und die Sonne sich um die Erde dreht. Der Mensch, der die Erde belebte, galt schließlich als das Zentrum von Gottes Schöpfung.
Inzwischen fliegen wir ins All und erahnen, wie klein die Erde im gesamten Universum doch ist. Der Mensch ist da nur noch ein unbedeutendes, winziges Teilchen davon.
Aus wissenschaftlicher Sicht werden wir immer unbedeutender, aber aus ideologischer Sicht werden wir immer bedeutender. Was meine ich damit? Unsere Gesellschaft wird immer egozentrischer, das Ego, Ich, steht im Mittelpunkt. Alles dreht sich um mich. Gott spielt da bei vielen Menschen überhaupt keine Rolle. Er passt in mein Ich-zentriertes Leben nicht hinein.
Komisch, wir sehen auf der einen Seite, dass wir sehr klein und hilflos sind. Wir sind nicht nur ein kleines Rädchen im Universum, sondern sind auch Naturkatastrophen und dem Klimawandel hilflos ausgeliefert. Andererseits sind wir davon überzeugt, dass sich alles um uns selbst dreht. Selbstverwirklichung, Selbstfürsorge und Selbstbestimmung stehen ganz hoch im Kurs.
Wir meinen alles im Griff zu haben und für Dinge, die tatsächlich außerhalb unseres Machtbereiches stehen, haben wir ja Heilsteine, Horoskope und beten notfalls auch den Mond an. Ja, ich habe tatsächlich schon mal eine Mondanbeterin getroffen! Wir haben Ersatz für Gott geschaffen. Die Bibel hat wie immer recht:
Sie vertauschten die Wahrheit Gottes mit Lügen. Sie beteten die Geschöpfe an und verehrten sie anstelle des Schöpfers, der doch für immer und ewig zu preisen ist. Amen!
Die Bibel. (NeÜ)
Das ist die Wirklichkeit, viele von uns Menschen haben Gott eingetauscht. Wir richten unser Leben viel lieber am Geschaffenen als am Erschaffer aus.
Warum? Wir sind einer Lüge aufgesessen, die uns schon seit Anfang der Welt eingetrichtert wird: Wir brauchen Gott nicht. Genau das Gegenteil ist die Wahrheit: Gott braucht uns nicht und Wir brauchen Gott. Ohne ihn sind wir hilflos und verloren. Aber deswegen will Gott Gemeinschaft mit uns, nicht weil er uns bräuchte, sondern weil er uns liebt und uns helfen will.
