Uns ist das oft gar nicht so bewusst, aber als Christen werden wir von unserem Umfeld sehr genau beobachtet. Es wird darauf geschaut, ob man ehrlich, hilfsbereit und freundlich ist. Wie geht man mit Krankheit, Krisen und Katastrophen um? Lebt man seinen Glauben im Alltag?

Paulus hatte mit einer Krisensituation umzugehen. Er hatte Schiffbruch erlitten und kam mit dem Leben davon. Jetzt stand er am Feuer, um sich ein bisschen aufzuwärmen. Da geschah es. Als er gerade etwas Reisig ins Feuer werfen wollte, biss ihn eine Giftschlange (Apg 28,3). So ein Pech! Hatte er gerade noch eine gefährliche Situation überlebt, trifft ihn jetzt das sichere Todesurteil!

Die Leute erwarteten, dass er plötzlich anschwellen oder tot umfallen würde. Nachdem sie ihn aber eine Zeitlang beobachtet hatten, ohne dass etwas Ungewöhnliches mit ihm geschah, änderten sie ihre Meinung und sagten, er sei ein Gott.

Die Bibel. (NeÜ)

Für die Bewohner der Insel war klar, Dike, die Göttin der Gerechtigkeit, würde ihn jetzt bestrafen. Laut ihrer Meinung muss er ein Mörder gewesen sein, der jetzt die gerechte Strafe empfing (Apg 28,4). Sie beobachteten und beobachteten noch genauer. Lange Zeit. Aber Paulus blieb am Leben. Mehr noch, er machte ganz normal weiter, als ob nichts gewesen wäre.

Daraufhin änderten sie ihre Meinung. Statt ihn weiterhin für einen Mörder zu halten, beten sie ihn jetzt als einen Gott an. Beides war falsch, Paulus war weder ein Mörder noch ein Gott. Er war ein Apostel, der Jesus nachfolgte, und der ihn vor dem Sterben bewahrte.

Wir werden genau beobachtet und die Leute bilden sich daraufhin eine Meinung. Für diese Meinung sind wir als Christen nicht verantwortlich, aber für das, ob und wie als Christ leben. Dabei geht es nicht um ein äußerliches Vorspielen oder ein gekünsteltes christliche Verhalten. Es geht um ein natürliches Ausleben einer inneren Veränderung, die Jesus in mir bewirkt und jetzt durch mich auslebt.

Paulus hat wahrscheinlich normal weitergemacht und half mit, das Feuer am Brennen zu erhalten, Reisig zu sammeln und ins Feuer hineinzuwerfen. Ungekünstelt. Praktisch. Hilfsbereit. Echt.

Wie lebe ich meinen Alltag? Wie gehe ich gerade auch mit schwierigen Situationen um? Können meine Mitmenschen beobachten, dass Jesus in mir lebt?