Wie sieht es aus mit dem Bekenntnis zu meinem Glauben an Jesus? Oft tue ich mich schwer damit. Für Paulus scheint es dagegen eine Selbstverständlichkeit gewesen zu sein, sich in allen Situationen zu seinem Glauben zu bekennen.
Einmal musste er sich vor einem weltlichen Gericht verteidigen. Er wurde des Aufruhrs im Römischen Reichs durch die Nazarener-Sekte und der Entweihung des Tempels angeklagt (Apg 22,5-8). Paulus hatte das Recht, sich zu verteidigen, und widerlegte alle Anklagepunkte (Apg 22,11-13). Er hätte nicht mehr zu seiner Verteidigung sagen müssen, aber es war ihm selbst in einer solch schwierigen Situation ein Anliegen, dem anwesenden Statthalter Felix das Evangelium zu verkündigen.
Das eine allerdings bekenne ich dir: Ich diene dem Gott meiner Väter in der Weise der neuen Glaubensrichtung, die sie eine Sekte nennen, und ich glaube an alles, was im Gesetz und den Schriften der Propheten steht.
Die Bibel. (NeÜ)
Er berichtet von einer neuen Glaubensrichtung, die aber das ganze Alte Testament als Glaubensgrundlage hat. Der einzige, aber entscheidende Unterschied ist, dass Paulus an den Nazarener, nämlich Jesus Christus, glaubt. Dieser ist die Erfüllung der alttestamentlichen Messias-Voraussage.
Das bekennt er vor seinen Anklägern, den religiösen Juden, und auch vor Felix, dem römischen Statthalter. Über ihn wird im Lexikon zur Bibel Folgendes berichtet: Er habe als Statthalter die Macht eines Königs mit dem Gemüt eines Sklaven ausgeübt: voller Willkür, Gier und Grausamkeit1. Paulus wusste, mit wem er es zu tun hatte. Trotzdem bekennt er vor ihm mutig seinen Glauben.
Auch andere Personen des Neuen Testaments haben ihren Glauben an Jesus mutig bekannt. Petrus vor dem Hohen Rat, der ihn zum Tode verurteilen wollte (Apg 4,11-12). Oder Stephanus, der kurz vor seiner Ermordung noch seinen Glauben bekannte (Apg 7,2-53). Sie alle waren Menschen, die durch Jesus eine positive Veränderung erlebt hatten, und jetzt offen über ihren Glauben an Jesus redeten.
Paulus schreibt: Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht (Röm 1,16). Er hat es selbst so gelebt, deshalb sagt er jetzt dem jungen Timotheus: Darum schäme dich nicht des Zeugnisses von unserm Herrn (2 Tim 1,8). In welchen Situationen schäme ich mich des Zeugnisses von Jesus? Ich bete, dass Jesus in Zukunft genau in diesen Situationen durch mich redet.
- Rienecker, Fritz, Gerhard Maier, Alexander Schick, und Ulrich Wendel, Hrsg. „Felix“. In Lexikon zur Bibel: Personen, Geschichte, Archäologie, Geografie und Theologie der Bibel, 335. Witten: SCM R. Brockhaus, 2017. Logos Bible Software Edition. ↩︎
