Welche Worte würde ich zu Leuten sagen, die mir nahe stehen und die mir wichtig sind? Es klingen Sätze von Menschen der Bibel nach. Josua sagte: Ich aber und mein Haus wollen dem HERRN dienen (Jos 24,15), oder der letzte Satz Jesu am Kreuz: Es ist vollbracht (Joh 19,30).

Der letzte überlieferte Satz von Paulus an die Ältesten von Ephesus ist dieser:

Mit meiner ganzen Lebensführung habe ich euch gezeigt, dass wir hart arbeiten müssen, um den Bedürftigen etwas abgeben zu können. Dabei sollen wir immer an die Worte denken, die Jesus, unser Herr, gesagt hat: Geben macht glücklicher als Nehmen.

Die Bibel. (NeÜ)

Nach einem abschließenden Gebet gab es viele Abschiedstränen, denn Paulus hatte den Zuhörern mitgeteilt, dass er sie nicht mehr wiedersehen würde (Apg 20,36-38). Diese bewegende Abschiedsszene zeigt, wie innig das Verhältnis von Paulus und der Gemeinde in Ephesus war. Schließlich war er mehr als einmal und das zweite Mal auch für zwei Jahre und drei Monate dort (Apg 18,19; 19,8-10).

Geben macht glücklicher als Nehmen. Das zeigt seine Christus-zentrierte Lebensweise. Es sind nicht nur Worte Jesu, die er zitiert, sondern er hat es selbst auch so praktiziert. Er hat hart gearbeitet, um damit den Bedürftigen etwas abgeben zu können.

Er zeigt damit, dass man als Christ anders lebt, als das unsere Gesellschaft oft tut. In der Welt gilt die Sammel-Bewegung: Ich brauche mehr. Bei Jesus gilt die Austeil-Bewegung: Ich möchte anderen helfen. Jesus hat es vorgemacht, wir sollen es nachmachen (Joh 13,14). Dabei geht es aber nicht um ein Kopieren, also das Nachmachen aus meiner eigenen Kraft. Das funktioniert nicht, sondern nur in Abhängigkeit von Jesus bin ich überhaupt in der Lage, die Jesus-Art zu leben. Ohne ihn, ohne seine Kraft geht gar nichts (Joh 15,5).

So lebte Paulus auch. Er schrieb es den Ephesern sogar: Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen (Eph 2,10). Unsere Aufgabe ist es, in seinen Werken zu wandeln, sie nicht selbst zu tun. Er tut sie durch uns. Nur so kann ich ein aufrichtiges und echtes Geber-Leben führen. Ein solches Leben macht glücklich.