Wie lebe ich als Christ in meinem Staat? Es gibt zwei Extreme von Meinungen dazu, und dazwischen gibt es viele verschiedene Standpunkte. Da vieles, was der Staat beschließt, als gottlos betrachtet wird, fordert das eine Extrem zum Widerstand auf. So wurde etwa das Versammlungsverbot während der Corona-Pandemie bewusst gebrochen, weil es als eine Art Christenverfolgung verstanden wurde. Das andere Extrem unterwirft sich dem Staat bedingungslos. Alles wird, ohne es an der biblischen Lehre zu prüfen, einfach übernommen und akzeptiert. So werden gerade im Ausland einige politische Anführer als von Gott auserwähltes Werkzeug angesehen, die den Staat anscheinend wieder zu Gott zurückführen.

Wie geht die Bibel mit dieser Frage um? Zum einen gebietet sie die Unterordnung unter den Staat (Röm 13,1, Tit 3,1), zum anderen gilt aber auch das Prinzip: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen (Apg 5,29). Generell gilt aber für jeden Christen, für die Regierung zu beten (1 Tim 2,1-3).

Jesus, Paulus und andere haben unter der Besatzungsmacht der Römer gelebt und dennoch nie zum aktiven Widerstand aufgerufen. Ganz im Gegenteil, die Christen sollten ganz treu und selbstverständlich Steuern und Zoll zahlen (Lk 20,25; Röm 13,6-7). Manchmal schützte der Staat die Christen, zum Beispiel, wenn sich ein Mob gegen die Christen formierte. So setzte sich ein hoher Beamter von Ephesus für die lokalen Christen ein, und wies die aufgebrachte Schar auf bestehende Gesetze von Recht und Ordnung hin.

Wenn Demetrius und seine Kunsthandwerker Anklage gegen jemand erheben wollen, so gibt es dafür Gerichtstage und den Prokonsul. Dort können sie sich gegenseitig verklagen.

Die Bibel. (NeÜ)

Auch wir leben in einem Rechtsstaat, in dem die Meinungs- und Religionsfreiheit gewährleistet wird. Wir Christen sollten dankbar dafür sein, dass wir in einem Land leben dürfen, die Bibel in aller Freiheit lesen, unsere biblische Meinung äußern und uns in Gruppen und Kreisen unserer christlichen Gemeinden treffen dürfen. Es gibt sogar den Sonntag als gesetzlichen Ruhetag und christliche Feiertage, an denen wir uns zu Gottesdiensten versammeln dürfen. Wir dürfen ungehindert christliche Freizeiten durchführen und haben viele finanzielle und rechtliche Vorteile in unseren Gemeinden, Organisationen und christlichen Vereinen.

Damit es so bleibt, sollten wir für unsere Regierung, die Politiker und staatlichen Organe beten, anstatt nur daran herumzukritisieren.