Ed bruddeld isch gnug globd! Diese Aussage machen die Schwaben über sich selbst: Nicht gemeckert ist genug gelobt! Die nachgesagte Sparsamkeit drückt sich auch beim Loben aus. Wenn man nicht rummeckert, ist das schon ein Kompliment. Das Essen hat dem Schwaben sehr gut geschmeckt, wenn er sagt: Man hat’s essen können!

Paulus und Silas hätten genügend Grund zum Meckern gehabt. Sie hatten eine Frau im Namen Jesu Christi geheilt (Apg 16,18). Sie hatten eigentlich etwas Gutes getan, aber sie wurden des Aufruhrs bezichtigt, mit Stöcken malträtiert und anschließend in das Gefängnis von Philippi geworfen (Apg 16, 20-23). Ihre Füße wurden sogar in einen Holzblock eingespannt (Apg 16,24). Ein unangenehmer Haftzustand und Schmerzen ließen sie schlecht oder gar nicht schlafen. Und das nur, weil sie im Namen Jesu Christi gehandelt hatten. Eigentlich ein logischer Grund, sich bei Gott für die missliche Lage zu beschweren. Aber was taten sie?

Es war gegen Mitternacht, als Paulus und Silas beteten und Gott mit Lobliedern priesen. Die anderen Gefangenen hörten zu.

Die Bibel. (NeÜ)

Sie sangen Lobpreislieder! Sie wussten, dass sie wegen Jesus und seiner heilenden Botschaft im Gefängnis saßen. Aber anstatt sich zu beklagen, priesen sie Gott, so laut, dass andere Gefangene es hörten. Anstatt auf die schwierigen Umstände zu schauen, sahen sie auf Gott. Und dieses Betrachten Gottes führte sie automatisch zum Lobpreis.

Ich kannte eine ältere Dame, die schon vieles erlebt hatte. Sie hat erst spät geheiratet, ihr Mann ist aber dann relativ schnell gestorben. Sie hatte Krebs und laut Ärzten hätte sie eigentlich bereits gestorben sein müssen. Außerdem plagten sie solche Gliederschmerzen, dass sie in der Nacht oft aufgewacht ist. Sie hätte guten Grund gehabt, sich bei Gott zu beschweren und ihm ihr Leid zu klagen. Aber was tat sie? Immer wenn sie nicht schlafen konnte, nahm sie ihr Gebetsbuch, in dem sie viele Gebetsanliegen aufgeschrieben hatte, und begann zu beten! Sie nutzte ihr körperliches Leiden für Gottes Sache.

Wenn ich solche Menschen betrachte, egal ob das Paulus, Barnabas oder diese ältere Dame ist, fühle ich mich gedemütigt. Wenn es mir schlecht geht, beklage ich mich bei Gott. Ich bruddele, aber das will ich von solchen Personen lernen: Beten statt bruddeln!