Biblisch beten, was ist das? Die erste Gemeinde hat es uns vorgemacht.

Petrus und Johannes kommen gerade vom Sanhedrin, dem obersten jüdischen Gericht, zurück und berichten, was sie dort erlebt hatten. Sie wurden gefangen genommen, weil sie nach der Heilung eines behinderten Menschen von Jesus und dessen Auferstehung gepredigt hatten (Apg 4,2-3). Sie wurden zwar wieder freigelassen, aber die Verfolgung der erst kürzlich entstandenen Gemeinde (Apg 2,41) hatte damit begonnen.

Die junge Gemeinde beginnt nach diesem Bericht zu beten, biblisch zu beten. Wie tun sie das und was kann ich für mein Gebetsleben lernen? Zunächst beten sie Gott als den Schöpfer an. Das ist kein frommes Gelaber, kein typischer Gebetsanfang, kein So macht man das eben, sondern sie bringen zum Ausdruck: Gott hat alles im Griff! Für Gott, den Allmächtigen, der das ganze Universum geschaffen hat, ist die Verfolgung weder eine Überraschung noch eine Überforderung. Er hat es ja schließlich durch seinen Sohn schon vorausgesagt (Lk 21,12-13). Und er wird den verfolgten Christen dann die richtigen Worte geben (Lk 21,14-15). Das hatte sich jetzt genau so bewahrheitet (Apg 4,13).

Dann zitieren sie in ihrem Gebet Worte von David aus Psalm 2,1-2. Sie beteten die Worte der Psalmen, die sie gut kannten. Sie erinnern Gott an seine eigenen Worte. Natürlich braucht Gott keine Erinnerung, er weiß sehr gut, was er offenbart hat, aber es hilft der Gemeinde, sich diese Wahrheit nochmals vor Augen zu stellen. Darin wird auch das ganz menschliche Warum? ausgedrückt (Apg 4,25) und dass Gott Verfolgung zulässt (Apg 4,26).

Und dann wenden sie diese biblische Wahrheit auf ihre Situation an. Sie beten:

Tatsächlich haben sich hier in dieser Stadt Herodes und Pontius Pilatus mit den Heidenvölkern und den Stämmen Israels gegen deinen heiligen Diener verbündet, gegen den, den du gesalbt hast, Jesus.

Die Bibel. (NeÜ)

Ihnen wird nicht nur bewusst, dass die Verfolgung jetzt angefangen hatte, sondern ihnen ist auch klar: Christenverfolgung ist zuerst Christusverfolgung!Christen werden wegen Christus verfolgt!

Dann beten sie weiter. Sie beten nicht, dass Gott die Verfolgung beendet, sondern dass er ihnen Mut zum Bekennen schenkt (Apg 4,29-30). Das ist biblisch beten: Gottes Wort betrachten und seine Wahrheit auf die eigene Situation anwenden. So möchte auch ich beten.