Wie schnell geschieht es, dass man sich immer tiefer in Schwierigkeiten bringt, weil man einen Fehler durch einen anderen ausgleichen will? Gut, dass Gott uns auch in solchen Situationen immer wieder vor größerem Schaden für uns und andere bewahrt.
David hatte einen großen Fehler gemacht. Er hatte sich Hilfe beim Feind, beim König Achisch von Gat gesucht. Er hatte in seiner Verzweiflung die Dinge selbst in die Hand genommen, und lieber auf menschliche Hilfe als auf die Hilfe Gottes gesetzt (1 Sam 27,1). Um nicht als Israel-Liebhaber aufzufallen, musste er sich wohl oder übel, an einem Kampf zwischen den Philistern und dem Volk Israel beteiligen. Um seinen ersten Fehler zu kaschieren hat er gleich einen zweiten gemacht. Auch wenn er eigentlich nicht wollte, jetzt würde er wohl gegen sein eigenes Volk in den Kampf ziehen (1 Sam 29,2). Eine missliche Lage.
Gut, dass Gott eingreift und David vor einer noch größeren Sünde bewahrt! Die anderen Heerführer der Philister waren so skeptisch, dass sie sich wegen der Risiken eine Teilnahme Davids und seinen Männern entgegenstellten (1 Sam 29,4). So blieb Achisch nichts anderes übrig, als David wieder nachhause zu schicken.
Kehr deshalb wieder um und geh in Frieden, damit du die Philisterfürsten nicht verärgerst.
Die Bibel. (NeÜ)
David musste nicht gegen sein eigenes Volk in den Kampf ziehen. Gott hatte ihn vor einem noch größeren Fehler bewahrt, obwohl er sicherlich nicht über Davids ersten Fehler glücklich war und diesen ganz sicher nicht als gut empfand.
Leider hat David später im Leben den gleichen Fehler nochmals gemacht. Zuerst hat er gesündigt, indem er Ehebruch mit Batseba beging (2 Sam 11,1-13). Danach versuchte er, diese Sünde mit der nächsten zu kaschieren. Er ließ Uria, Batsebas Mann, ermorden (2 Sam 11,14-27).
Von einer Sünde zur nächsten. Kenne ich das? Anstatt umzukehren, versuche ich die Situation noch irgendwie zu retten. Aber es wird immer schlimmer. Die erste Sünde führt zur nächsten.
Aber so wie Gott David begegnete, ihn zur Umkehr leitete (2 Sam 12,13; Ps 51), so ist er auch mir immer wieder gnädig, führt mich zur Umkehr und schafft neue Wege und macht mit mir weiter. Trotz mancher schmerzhaften Konsequenzen meiner Sünde, macht er dennoch weiter mit mir.
