Auch im Leben eines Christen gibt es immer wieder Tiefpunkte. Situation, wo wir verzweifelt sind. Ereignisse, wo wir falsch reagieren. Bedrängnisse, in denen wir Gott ein Eingreifen und seine Hilfe nicht zutrauen und dann treffen wir oft schlechte Entscheidungen.
David hatte so einen schlechten Moment. Er war müde und zermürbt. Die ständige Angst um sein Leben, das verfolgt werden durch Saul und seine Soldaten, die Sorge darum, wie es nur weitergehen soll, hat an ihm genagt.
David dachte sich: „Eines Tages werde ich doch noch von Saul umgebracht. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als mich im Land der Philister in Sicherheit zu bringen. Dann wird Saul aufhören, mich im ganzen Gebiet Israels zu suchen. Dann bin ich vor ihm sicher.“
Die Bibel. (NeÜ)
Was für Aussage: Eines Tages werde ich doch noch von Saul umgebracht. Sein ganzes Gottvertrauen, das ihn so ausgezeichnet hatte, war auf einmal verschwunden. Das Versprechen, das er sogar spür- und hörbar in Form von Salböl und den Worten Samuels zugesagt bekommen hatte: Gott hat dich zum nächsten König erwählt, waren wie weggeblasen. Nichts mehr da vom Gottvertrauen. Resignation. Hoffnungslosigkeit. Frust und Angst.
Seine letzte Hoffnung war nicht die Zuflucht bei seinem Gott, obwohl er doch sooft gerade darüber geschrieben hatte (Ps 36,8; 57,2; 59,17; 61,5; 143,9). Seine letzte Hoffnung war Achisch, der König von Gat, ein Philister, ein Feind Israels. Es war auch der Ort aus dem Goliat stammte, den David mit Gottes großer Hilfe glorreich besiegt hatte. Ein großer Sieg, der bis heutzutage den meisten Menschen noch bekannt ist.
Was war nur mit David los? Wo war sein Glaube? Wo war sein immenses Gottvertrauen? Weg. So weit weg, dass er sogar mehr Vertrauen in den Feind als in Gott hatte. Und sowas passiert einem Gottesmann wie David, einem Mann nach dem Herzen Gottes?
Ja, auch wir haben in unserem Glaubensleben solche Momente. Es ist doch tröstlich zu wissen, dass ein solcher Glaubensheld, wie wir David wahrscheinlich bezeichnen würden, solche Tiefpunkte erlebte. Er war ganz menschlich, normal eben. Und doch hat Gott ihn gebraucht.
Das sollte mir Trost sein. Gott erwartet keine Perfektion von mir. Er weiß um meine Tiefpunkte und macht trotzdem weiter mit mir.
