In einem Rechtsstaat kommt es leider immer mal wieder vor, dass ein Unschuldiger verurteilt wird. Manchmal werden sogar Verbrecher aus Mangel an Beweisen oder wegen eines Verfahrensfehlers freigesprochen. Ihre Anwälte haben schließlich im Vorfeld alles Erdenkliche versucht, ihren Mandanten freizubekommen.
Das Römische Reich zur Zeit Jesu war zwar offiziell eine Republik, bei der das Recht herrschen sollte, aber in Wirklichkeit konnte der Machthaber über alle Köpfe hinweg entscheiden. Jesus wurde zu Unrecht zum Tode verurteilt, obwohl Pilatus von dessen Unschuld überzeugt war (Lk 23,14-15.22). Barabbas hingegen war ein Schwerverbrecher, doch Pilatus hat ihn freigelassen.
Damals saß gerade ein Mann namens Barabbas im Gefängnis, der bei einem Aufstand zusammen mit anderen einen Mord begangen hatte.
Die Bibel. (NeÜ)
Barabbas war ein Mörder und Putschist. Er hatte nach römischem Recht die Todesstrafe am Kreuz verdient, aber Pilatus ließ ihn frei. Am Passafest übte er die Praxis der Freilassung eines Gefangenen aus, den sich die Juden gewünscht hatten. Dies war kein römisches Gesetz, sondern Pilatus hatte dies eingeführt. Der Grund war wahrscheinlich der, dass er sich so die Gunst der Juden erschleichen wollte. Dafür hatte er sogar geltende Gesetze übergangen und sich über diese hinweggesetzt. Er bestimmte, was recht war, nicht das Gesetz. Es erscheint absurd und für unser Gerechtigkeitsempfinden geradezu falsch, was bei diesem Prozess vor sich ging. Das Recht wird gebeugt und ein Unschuldiger zum Tode verurteilt.
Du und ich, wir sind auch so ein Barnabas. Nicht, dass wir einen politischen Aufstand geplant oder jemanden umgebracht hätten, aber in Gottes Augen sind wir Schwerverbrecher und haben die Todesstrafe verdient. Die Bibel nennt uns alle Sünder, jeden, ausnahmslos (Röm 3,23). Und was wir für unsere Sünde (wörtlich Zielverfehlung) verdient haben, ist der Tod (Röm 6,23), die ewige Trennung von Gott. Wir sind in Gottes Augen schuldig!
Ein Unschuldiger, Jesus, der niemals gesündigt hatte (Hebr 4,15), starb an unserer Stelle. Er hat stellvertretend die Sünde getragen. Jesus war bereit dazu (Joh 10,11). Wenn jemand an ihn glaubt, dann wird der, der die Todesstrafe verdient hätte, freigesprochen.
Gott ist es ein großes Anliegen, dass Menschen gerettet werden (1 Tim 2,4). Er hat dafür sein Recht nicht gebrochen, sondern erfüllt. Jesus hat die Todesstrafe getragen, damit wir freigesprochen werden können.
