Viele von uns Christen wünschen sich ein außergewöhnliches Wirken des Heiligen Geistes. Ob das die Gabe der Heilung, der Zungenrede oder Prophetie ist, ist egal, Hauptsache spektakulär. Manche sehen auch nach 1 Korinther 7,7 das Single-Sein als eine Gabe Gottes, nur ist mir noch keiner begegnet, der sich dich diese Gabe ausdrücklich wünschte! Es ist halt nicht so spektakulär, eher schmerzhaft.

Oder wünschen wir uns ein solches spektakuläres Wirken des Heiligen Geistes, weil wir denken, wir hätten dann ein besonderes Maß an Frömmigkeit erreicht? Biblisch wird aber schnell klar, spektakuläres Wirken des Heiligen Geistes muss nicht zwingend Ausdruck besonderer Frömmigkeit sein.

Bei Saul war es beides. Bei seiner Salbung zum König war es ein sichtbares Zeichen Gottes, dass er derjenige war, den sich Gott ausersehen hatte (1 Sam 10,10). Jetzt, wo er den zum König gesalbten David umbringen will (1 Sam 19,10), ist es ein Zeichen von Gottes übernatürlichem Eingreifen. Er hat alle Macht, seine Leute zu jeder Zeit und durch jedes Mittel zu schützen und zu bewahren. Was war geschehen?

Saul wurde gesagt, dass David zu dem Propheten Samuel geflohen sei (1 Sam 19,18-19). Daraufhin schickte Saul drei Abteilungen von Boten, die David holen sollten. Gott wehrte allen drei Gruppen, indem er sie in dieselbe Verzückung geraten ließ, mit denen auch die Propheten Samuels Gott lobten und weissagten (1 Sam 19,20-21). Jetzt wurde es Saul zu bunt. Er ging selbst (1 Sam 19,22).

Schon auf dem Weg dorthin kam der Geist Gottes auch über ihn. Er wurde noch im Gehen von der Begeisterung ergriffen, bis er in der Prophetensiedlung ankam.

Die Bibel. (NeÜ)

Weder die Boten noch der König Saul kamen in guter Absicht und mit frommen Motiven. Sie wollten David umbringen! Und trotzdem benützt Gott das Mittel der Gott-Begeisterung, um Sauls Pläne zunichtezumachen.

Das war spektakulär! Aber es war in dieser Situation nicht das Zeichen ihrer Frömmigkeit, sondern von Gottes Wirken. Gott kann seine Macht und Größe durch jeden, auch durch Gottlose, zeigen.

Natürlich gibt Gott dem Gläubigen besondere Gaben (1 Kor 12,4-11), aber es geht nicht darum, dass ich groß rauskomme, sondern Gott! Deshalb will ich ihm die Ehre geben, egal welche Gabe ich von ihm bekomme.