Wer kennt es nicht? Schublade auf, Mensch rein, Schublade zu, fertig! Da wird der andere mal schnell nach Äußerlichkeiten beurteilt.

Samuel, immerhin ein Prophet (1 Sam 3,20) oder Seher (1 Chr 26,29) Gottes, saß der gleichen menschlichen Neigung auf. Als er von Gott gesandt wird, aus den Söhnen Isais den kommenden König Israels zu salben (1 Sam 16,1), kamen diese einer nach dem anderen zu Samuel. Schon beim ersten, Eliab, dem Ältesten, dachte er: Der ist es!Wow, er war von dessen Erscheinungsbild beeindruckt: groß und schön! Ein echtes Mannsbild, ein Prachtkerl!

Aber Jahwe sagte zu Samuel: „Sieh nicht auf seine Erscheinung und seinen hohen Wuchs! Ich habe ihn verworfen. Denn Gott urteilt nicht wie die Menschen. Der Mensch sieht nur das Äußere, Jahwe aber sieht das Herz.“

Die Bibel. (NeÜ)

Gott bewertet anders! Er urteilt nicht nach Äußeren Dingen, nicht nach Aussehen, Talent, Beziehungen, Bekanntheit, Herkunft oder sonst irgend etwas. Er sieht das Herz, das was im Innersten ist.

Aber was ist das Herz? Es ist mehr als die Seele, mehr als Verstand, Wille und Gefühle. Hier meint es den Geist des Menschen, die geistliche Einstellung, die jemand hat. Einfach gefragt: Wer ist Nummer eins in meinem Leben? Wer ist der wahre Chef, mein Herr? Wem vertraue ich? Es geht darum, Gott mein ganzes Leben anzuvertrauen und ihm gehorsam zu sein.

Anders ausgedrückt: Glaube ich an Gott, ja oder nein? Das hat nichts damit zu tun, dass ich sage: Ich glaube, dass es einen Gott gibt. Es geht Gott nicht um ein reines Lippenbekenntnis, sondern um ein echtes Glaubensbekenntnis: Ich glaube an Gott. Römer 10,10 drückt es so aus: Denn wenn man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und wenn man mit dem Munde bekennt, so wird man gerettet. Dem echten Glaubensbekenntnis folgt ein überzeugtes Lippenbekenntnis.

Glaube allein rettet! Das ist Gottes Urteilskriterium. Aber das kann nur er beurteilen, nicht ich. Er allein sieht in das Herz des Menschen.

Auch bei Jesus ist Äußerliches kein Ausschlusskriterium für Gemeinschaft (Lk 19,5-7). Deshalb soll es für mich auch keines sein. Hören wir mit diesem Schubladen-Denken auf! Sehen wir unser Gegenüber stattdessen als einen von Jesus Geliebten, der Gemeinschaft mit ihm braucht.