Warum erlebe ich das Handeln Jesu und das Wirken des Heiligen Geistes nicht? Auf diese Frage hat die Bibel folgende Antwort: Das Problem liegt weder bei Jesus noch beim Heiligen Geist, sondern allein bei mir selbst!
Wenn ich Jesus als meinen Retter und Herrn aufnehme, dann habe ich die Zusage, dass der Heilige Geist in mir wohnt (Apg 2,38). Er statte mich mit Gaben aus und will wirken (1 Kor 12,11). Es ist Jesus, der in Abhängigkeit von seinem Vater und durch seinen Geist, in mir lebt und durch mich kraftvoll handelt (Gal 2,20, Eph 3,20).
Folgendes Beispiel dient bei meiner Ursachenforschung vielleicht als Erklärung. Als Josua das von Gott verheißene Land Kanaan einnahm, verteilte er es unter den Stämmen. Auch Benjamin bekam seinen Teil, unter anderem die Städte
Zela, Elef, die Jebusiterstadt, das heutige Jerusalem, Gibea und Kirjat. Das sind 14 Städte mit ihren Dörfern. Das war der Erbbesitz der Sippen des Stammes Benjamin.
Die Bibel. (NeÜ)
Jerusalem, das damals noch Jebus hieß, war auch dabei. Die spätere Hauptstadt des Landes, dort wo der Tempel gebaut werden sollte, und wo viele Könige, wie David und Salomo, regierten, gehörte dem Stamm Benjamin. Was für eine Ehre für den jüngsten Sohn Jakobs!
Auch wenn Israel das verheißene Land schon eingenommen hatte und Benjamin die Stadt Jerusalem zugeteilt bekam, hatte es diese Stadt nicht in Besitz genommen. Aber Benjamin vertrieb die Jebusiter nicht, die in Jerusalem wohnten, sondern die Jebusiter wohnten bei denen von Benjamin in Jerusalem bis auf diesen Tag (Ri 1,21). Jerusalem hieß bis zur Einnahme unter David weiterhin Jebus. Erst als sein General Joab die Stadt eroberte, nahm sie David in Besitz (2 Sam 5,8). So wurde Jerusalem zur Stadt Davids (2 Sam 5,9).
Kann es sein, dass ich Jesus angenommen, aber ihn bis jetzt nicht in Besitz genommen habe? Dann ist er zwar mein Retter, aber nicht mein Herr. Ihn in Besitz zu nehmen, heißt, er wohnt in mir. Ich bin sein Tempel (1 Kor 6,19). Er hat das Sagen. Er regiert. Ich muss zulassen, dass er von allen Bereichen meines Lebens Besitz ergreift. Erst dann kann ich sein Wirken erleben. Die Ursache liegt also nicht bei ihm, sondern bei mir.
