Bei Jesus gibt es keine hoffnungslosen Fälle. Egal, was unsere Vergangenheit geprägt hat, egal, was wir von anderen angetan wurde, egal, welchen Hintergrund wir haben, Jesus hat offene Arme und ein liebendes Herz.

Rahab ist für mich so ein Beispielin der Bibel. Sie hatte scheinbar einen ungeeigneten Hintergrund. Sie war Kanaaniterin, Bewohnerin eines Landes, das Gott seinem Volk Israel versprochen hatte. Alle anderen Bewohner musste raus (Num 33,51-52)! Außerdem hatte sie einen Beruf, der schon damals stark stigmatisiert wurde. Sie war am Rande der Gesellschaft, gerade bei gläubigen Juden (Lev 21,7.14). Und doch wurde sie bei der Einnahme Jerichos verschont und musste nicht sterben.

So verschonte Josua die Hure Rahab und ihre ganze Familie, weil sie die Kundschafter in Jericho versteckt hatte. Und sie wohnt ja heute noch in Israel.

Die Bibel. (NeÜ)

Wenn wir das Ereignis mit den Spionen näher betrachten, fällt auf, dass sie nicht nur deswegen verschont wurde, weil sie die Kundschafter in Jericho versteckt hatte. Sie wurde verschont, weil sie sich zum Gott Israels und seiner Macht bekannt hatte. Sie legte vor den Spionen eine Art Glaubensbekenntnis ab (Jos 2,9-11). Das fällt in der ganzen Bibel auf, dass diejenigen, die sich dem Gott der Israeliten anschlossen, gerettet wurden. Da waren zum Beispiel die Fremdlinge, die sich beim Auszug aus Ägypten den Juden anschlossen (Ex 12,38). Da war Naaman, ein aramäischer Ausländer, der geheilt wurde (2 Kön 5). Auch die Bitte einer Frau aus dem heutigen Syrien wurde wegen ihres großen Glaubens erhört (Mk 7,24-30). Es gäbe noch viele Beispiele von Menschen, die aus jüdischer Sichte keine Chance bei Gott gehabt hätten.

Aber Gott war schon immer anders. Der Schutz des Fremdlings lag ihm besonders am Herzen (Ex 22,20; 23,9). Auch Jesus zeigte seine Liebe zu Außenseitern und Verstoßenen immer wieder. Er besuchte Zöllner und Sünder, ging bei ihnen ins Haus, hatte sogar Tischgemeinschaft mit ihnen (Lk 19,1-10)

Egal welcher Hintergrund, egal welche Vergangenheit, egal, was die Gesellschaft über einen denkt: Jesus liebt jeden Menschen und will jeden retten, der sich ihm im Glauben anvertraut. Bei ihm haben auch die sogenannten gescheiterten Existenzen einen Platz. Auch Rahab. Sie taucht sogar im Stammbaum Jesu wieder auf (Mt 1,5).