Ich darf Gott Papa, Vater nennen (Röm 8,15). Was für ein Vorrecht, den Allmächtigen, den Schöpfer der Erde, den Heiligen, der König aller Könige, meinen Papa nennen zu dürfen. Aber dieses Vorrecht sollten wir nicht in Geringschätzung missbrauchen, sondern uns immer wieder darüber bewusst sein, wer dieser Papa eigentlich ist. Er ist nicht ein alter Mann im Rauschebart auf einer Wolke weit entfernt, sondern Gott.
Im Alten Testament wird Gottes Erscheinen oft mit der Herrlichkeit beschrieben, die ihn umgab.
Die Herrlichkeit Jahwes ließ sich auf den Berg Sinai herab. Sechs Tage lang bedeckte die Wolke den Berg. Dann, am siebten Tag, rief Gott Mose aus der Wolke heraus zu sich.
Die Bibel. (NeÜ)
Zuerst einmal ist es erstaunlich, dass sich Gott überhaupt zu uns Menschen auf den Weg macht. Er kommt zu uns Menschen herunter, hier auf den Berg Sinai. Er will Beziehung mit uns Menschen haben, aber nach seinen Vorstellungen. Zum einem sind da die klaren Vorstellungen, wie wir Gemeinschaft mit Gott leben können. Gott selbst gab uns dafür die Zehn Gebote und viele weitere Vorschriften und Gesetze, die genau beschrieben, wie Gott sich so eine Beziehung vorstellte (Ex 20-31). Wir können nur zu einem herrlichen Gott kommen, wenn wir so leben, wie er das will, nicht wie ich mir das vorstelle.
Zum anderen konnte Mose nicht einfach so in die Gegenwart seiner Herrlichkeit kommen. Er wurde von Gott dazu eingeladen. Gott rief Mose zu sich. Mose konnte also nicht einfach mal kommen. Zusätzlich musste Mose sechs lange Tage warten bis er dann endlich in die Gegenwart Gottes, in dessen Herrlichkeit, durfte. Warum Mose sechs Tage lange warten musste, bleibt Spekulation, aber es liegt schon nahe, dass er eine Zeit der Absonderung von dem Volk, der Vorbereitung und Reinigung benötigte, um in Gottes Gegenwart zu kommen.
Im Neuen Testament hören wir auch von der Herrlichkeit Gottes, die in Jesus im Gläubigen lebt (Kol 1,27, 2 Thess 2,14). Da wird von einer ganz engen Beziehung geredet. Da ist keine Rede von Warten oder von jemand, der von Gott dazu ausgewählt wurde. Jeder kann diese Herrlichkeit Gottes durch Jesus haben. Jeder ist eingeladen. Da wird der Heilige für mich zum Papa. Was für ein Vorrecht.
