Beim einwöchigen Wandern im Schwarzwald ertappte ich mich häufig, wie zu Jesus betete: Jesus, ich bräuchte jetzt eine Bank im Schatten. Jesus, ich hab fast kein Wasser mehr; schenke mir einen Wasserhahn, einen Brunnen oder eine Quelle. Jesus, schenke mir bitte einen geeigneten Schlafplatz. Egal, was es war, mir wurde bei vielen Kleinigkeiten, die im normalen Alltag oft eine Selbstverständlichkeit sind, wieder klar, wie abhängig ich von Jesus bin. Dabei durfte ich auch wieder lernen, dass er sich auch um solche Dinge kümmert.

Meine Wanderung war sehr kurz zu der Wanderung, die das Gottesvolk hinter sich brachte. Sie waren gleich 40 Jahre zu Fuß in der Wüste unterwegs! Auch sie benötigten Essen und Trinken zum Überleben. Nach zwei Wochen waren alle Vorräte, die sie beim Auszug aus Ägypten mitgenommen hatten, aufgebraucht (Ex 16,1-3). Wie würde Gott versorgen? Es waren immerhin 600 000 Männer, die Frauen und Kinder nicht mitgezählt (Ex 12,37). Es gab schließlich keinen Aldi oder Lidl um die Ecke. So ein Supermarkt wäre für so viele Menschen eh zu klein gewesen.

Gott griff übernatürlich ein. Er schickte Brot vom Himmel (Ex 16,4), vierzig Jahre lang bis sie das erste Mal von der Ernte im verheißenen Land essen konnten (Jos 5,12). Gott versorgt.

Aber eines ist auch sehr auffällig und scheint eine typische Handlungsweise Gottes zu sein.

Als sie es zu Hause mit dem Gomer-Gefäß abmaßen, hatte keiner, der viel gesammelt hatte, zu viel, und keiner, der wenig gesammelt hatte, zu wenig. Jeder hatte genauso viel gesammelt, wie er brauchte.

Die Bibel. (NeÜ)

Sie hatten nie zu viel oder zu wenig. Egal wie groß die Familie war, egal wie viel oder wenig sie eingesammelt hatten. Es hatte immer genau gereicht.

Ich erlebe das bei christlichen Projekten oder auch persönlich als Missionar. Gott versorgt treu, aber es scheint seine Methode zu sein, nur soviel zu schenken, dass es gerade reicht. Wie viele christliche Organisationen und Projekte kenn ich, bei denen das genau so läuft!

Aber das ist gut so, denn es macht uns immer wieder unsere ganze Abhängigkeit von ihm deutlich. Wir brauchen ihn, täglich, immer! Ich will deshalb diesen einfachen Reim nie vergessen: An Gottes Segen ist alles gelegen.