Deutschland ist eines der weltweit wohlhabendsten Länder. Auch wenn alles teurer wird, geht es uns dennoch sehr gut. Bei vielen spielt das Geld und der Besitz daher eine übergeordnete Rolle. Die Gleichung ist einfach: Mehr Geld bedeutet ein besseres Leben. Daher rückt der Wohlstand bei vielen Menschen immer mehr in den Mittelpunkt und das Geld wird unbewusst mehr und mehr zu ihrem Gott. Die Gottesbeziehung spielt bei vielen keine Rolle, warum auch? Durch den Reichtum und Besitz wägt man sich in einer Unabhängigkeit und scheinbaren Freiheit, die für viele den Glauben an Jesus überflüssig machen.
Das weiß auch Jesus. Nachdem ein reicher Mann sich dafür entschied, seinen Reichtum für die Beziehung zu Jesus nicht aufgeben zu wollen, wandte sich Jesus seinen Jüngern zu und sagte: Wie schwer ist es doch für die Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes hineinzukommen! (Mk 10,23 | NeÜ).
Jesus spricht die Gefahr des Reichtums deutlich an. Auch wenn er nichts dagegen hat, wenn jemand reich ist, sieht er doch die große Versuchung, dass ein Reicher seinen Gott im Geld und nicht in Jesus sieht (1 Tim 6,17). So ist auch diese Aussage zu verstehen:
Eher kommt ein Kamel durch ein Nadelöhr als ein Reicher in Gottes Reich.
Die Bibel. (NeÜ)
Es gibt viele Erklärungsversuche zu diesem Vers. Statt Kamel wird durch Veränderung eines griechischen Buchstabens ein Schiffstau daraus, oder das Nadelöhr wird als Bild für ein kleines Stadttor angesehen. Aber wenn wir es so nehmen, wie es dasteht, dann verstehen wir das Entsetzen der Jünger: Wer kann dann überhaupt gerettet werden? (Mk 10,26)
Genau das will Jesus klarmachen: Niemand kommt in die Gottesbeziehung, als allein durch den Glauben an Jesus, welchen Gott für uns geopfert hat (Mk 10,27). Weder Reichtum noch Gutmensch-Sein, noch etwas anderes kann uns in die Beziehung mit Gott bringen. Jesus allein (Joh 14,6).
Und in unserer kapitalistischen Welt, übt die Versuchung des Geldes und des Wohlstandes eine besondere Anziehungskraft aus. Deshalb seien wir ehrlich: Auch wir gehören zu den Reichen! Wir können das zwar anders empfinden, aber im Vergleich mit anderen Menschen dieser Welt ist dies eine Tatsache. Deshalb gilt: Mein Wohlstand darf nie Jesus als meinen Gott ersetzen.
