Teenager denken oft, dass sie fast alles besser wüssten als ihre Eltern. Experten sagen, dass dies ganz normal sei und auf Veränderungsprozesse im Gehirn, den beginnenden Abnabelungsprozess und die Meinungen von Freunden und Social Media zurückzuführen sei.
Manchmal ertappe ich mich dabei, dass ich so in Bezug auf meinen himmlischen Vater denke: Gott, du irrst dich. Ich mach das so. Ich weiß es besser.
Josef begegnet seinem sterbenden Vater so. Jakob will seine Enkelsöhne segnen, überkreuzt dabei seine Arme, und segnet mit seiner rechten Hand, den jüngeren Sohn Ephraim. Mit der rechten Hand segnete man eigentlich den Erstgeborenen, in diesem Fall wäre das Manasse gewesen. Josef denkt vielleicht, dass es sich um ein Missverständnis handelt. Vielleicht war sein Vater Jakob schon etwas senil oder litt an Alterssehschwäche. Die Reaktion von Jakob ist aber erstaunlich.
Aber sein Vater weigerte sich und sagte: „Ich weiß es, mein Sohn, ich weiß es. Auch er wird zu einem Volk werden, auch er wird groß sein. Aber sein jüngerer Bruder wird noch größer werden als er. Seine Nachkommen werden zu einer Menge von Völkern.“
Die Bibel. (NeÜ)
Ich weiß es, mein Sohn, ich weiß es. Jakob wusste genau, was er tat. Er war nicht senil, und hatte auch nicht mit Sehschwäche zu kämpfen, sondern segnete Ephraim ganz bewusst.
Es war anfangs so, dassder Stamm Ephraim kleiner war als der Stamm Manasse. Nach der Wüstenwanderung schrumpfte Ephraims Bevölkerungszahl von 40 500 auf 32 500 wehrfähige Männer (Num 1,33; 26,37) und war nach Simeon der zweitkleinste Stamm. Manasse war mit 52 700 wesentlich größer. Aber das änderte sich mit der Teilung in Nord- und Südreich. Jerobeam, der erste König des Nordreichs Israel, war aus dem Stamm Ephraim (1 Kö 11,26) und in den prophetischen Büchern wird oft das Nordreich Israel mit Ephraim bezeichnet (Jes 7,5; Hos 4,17; Sach 9,10). Jakobs Segen erfüllte sich. Seine Aussage: Ich weiß es, mein Sohn, ich weiß es, stimmte. Er hatte recht.
Wie oft meinen wir, Gott zurechtweisen zu müssen, ihm sagen zu müssen, dass er einen Fehler macht, dass er ungerecht handelt oder in einer Sache nicht recht hat? Aber wir können Gott nichts vorschreiben (Hiob 40,2). Er weiß immer, was richtig ist.
