Wie der Vater, so der Sohn, oder Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, sind alles Sprichwörter, welche unsere Ähnlichkeit in Verhalten und Aussehen mit unseren Eltern ausdrücken. Schon von Neugeborenen sagen wir oft: Ganz die Mutter.
Was das Verhalten angeht, hätte man das auch von manchen Söhnen Jakobs sagen können: Ganz der Vater. Leider, eher negativ.
Doch die Söhne Jakobs gaben Sichem und seinem Vater eine hinterhältige Antwort, weil Sichem ihre Schwester Dina entehrt hatte.
Die Bibel. (NeÜ)
Eine hinterhältige Antwort. Dasselbe hebräische Wort wird benützt, als Isaak den Betrug Jakobs gegenüber Esau zum Ausdruck bringt: Dein Bruder ist gekommen und hat dich mit Hinterlist um deinen Segen gebracht (Gen 37,35). Jakob agierte mit Hinterlist, seine beiden Söhne Simeon und Levi ebenso. Wie der Vater, so die Söhne!
Ist das immer so? Adoptiere ich falsche Eigenschaften meiner Eltern und kann gar nicht anders, als diese negativen Eigenschaften auch auszuleben? Viele Christen plagt dieser Gedanke. Es wäre sicherlich zu einfach zu sagen, dass als Christ diese Eigenschaften mit meiner Bekehrung automatisch verschwinden würden. Andererseits ist es aber auch zu einfach, sich mit dieser Einstellung selbst zu belügen: Ich bin nun mal von Geburt an so und kann nicht anders.
Als neugeborener Christ geschieht Folgendes: Wer mit Christus lebt, wird ein neuer Mensch. Er ist nicht mehr derselbe, denn sein altes Leben ist vorbei (2 Kor 5,17 | NLB). Aber gleichzeitig gilt auch: Denn die menschliche Natur richtet sich mit ihrem Begehren gegen den Geist Gottes, und der Geist Gottes richtet sich mit seinem Begehren gegen die menschliche Natur. Die beiden liegen im Streit miteinander, und jede Seite will verhindern, dass ihr das tut, wozu die andere Seite euch drängt (Gal 5,17 | NGÜ).
Jesus hat mich verändert. Sein Heiliger Geist mit seinen Eigenschaften (Gal 5,22-23) lebt in mir. Ich muss nicht mehr lieblos, freudlos, ungeduldig oder treulos sein. Das will Jesus in mir tun. Mein altes Wesen versucht aber immer wieder, die Oberhand zu gewinnen. Nur Jesus selbst kann und will dies verhindern.
Ich darf ihm alle negativen Eigenschaften bringen, auch diejenigen, die ich meine, von meinen Eltern geerbt zu haben. Er bewirkt in mir, anders zu leben.
