Es gibt Phasen, da läuft es wie am Schnürchen. Alles gelingt scheinbar und alle Ampeln stehen gefühlt auf grün. So schön das ist, birgt es doch die Gefahr des Stolzes. Salomo weist darauf hin: Hochmut kommt vor dem Fall und Stolz vor dem Sturz (Spr 16,18).
Abraham kommt gerade von einem großen militärischen Erfolg zurück. Fünf Könige hatten Sodom besiegt und seinen Neffen Lot und seine Familie entführt. Mit nur 318 Mann besiegte er diese Volksstämme und befreite seine Verwandten (Gen 14,14-16). Ein großartiger Sieg. Das lief wie am Schnürchen.
Auch der König von Sodom war erleichtert. Seine Bewohner wurden gerettet und waren unversehrt. Die scheinbar großzügige Geste, dass Abraham nämlich die ganzen zurückeroberten Sachen von Sodom für sich behalten könne, erwiderte Abraham aus menschlicher Sicht aber doch überraschend.
Nicht einen Faden oder Schuhriemen werde ich von dem behalten, was dir gehört! Du sollst niemals sagen können: Ich habe Abram reich gemacht.
Die Bibel. (NeÜ)
Abraham hätte eine satte Belohnung in Anspruch nehmen können. Aber er lehnt ab. Warum? Er wollte allein Gott die Ehre für den Sieg geben. In Zukunft sollte keiner behaupten können, er hätte etwas zu Abrahams Aufstieg beigetragen. Weder der König von Sodom noch Abraham selbst kommen als Ursachen für seinen Erfolg und Aufstieg in Frage. Allein Gott gehört dafür das Lob.
Später, als Abraham schon alt war, heißt es: Jahwe hatte ihn in jeder Hinsicht gesegnet (Gen 24,1). Da ist kein Platz für Stolz und Eigenlob, kein Platz für Arroganz und Überheblichkeit. Es war allein Gottes Wirken. Wie gut passt doch das bekannte Sprichwort: An Gottes Segen ist alles gelegen.
Abraham wusste das von Beginn an. Es war Gott, der ihm zugesagt hatte: Ich will dich zu einer großen Nation werden lassen; ich werde dich segnen und deinen Namen bekannt machen (Gen 12,2). Und nun wollte er sicher gehen, dass niemand je behaupten könnte, der König von Sodom habe ihn mit Reichtum gesegnet. Deshalb verzichtete er auf den versprochenen Reichtum des Königs von Sodom.
Manchmal läuft auch bei uns alles wie am Schnürchen. Alle Ampeln stehen scheinbar auf grün. Dies sollte uns aber nie dazu verleiten, es auf unser eigenes Können oder die Gunst anderer zu schieben. Gott allein die Ehre!
