Für ein Kleinkind ist es normal, dass die Eltern sich um alles kümmern: um das Essen, die Kleidung, das Kinderzimmer und vieles mehr. Später im Leben müssen die Kinder dann nach und nach mehr Verantwortung übernehmen. Als jüngstes Kind war ich für das Getränke holen im Keller zuständig. Später habe ich dann Rasen gemäht, irgendwann hat mir mein Vater sogar das Autofahren anvertraut. Erwachsene können viele Dinge besser und schneller als ihre Kinder, und trotzdem übergeben sie ihnen Verantwortung für Dinge, die sie nicht gleich überfordern.
So macht es Gott mit dem Menschen. Gott hat die Tiere geschaffen, das können wir Menschen nie. Aber Gott möchte seinen Kindern Verantwortung übertragen, auch wenn er selbst besser und schneller hinbekommen würde. Er möchte, dass die Menschen den Tieren Namen geben.
Und der HERR, Gott, bildete aus dem Erdboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels, und er brachte sie zu dem Menschen, um zu sehen, wie er sie nennen würde; und genau so, wie der Mensch sie, die lebenden Wesen, nennen würde, so sollte ihr Name sein.
Die Bibel. (NeÜ)
Genauso wie der Mensch die Tiere nennen würde, so sollten sie heißen. Keine Abänderung oder Ergänzung des Namens. Keine Vorschläge, die vielleicht passender wären, sondern genauso, wie der Mensch sie nennen würde. Krokodil, Wildschwein und Pferd sind dabei noch relativ gewöhnliche Namen. Wie wäre es mit Plumplori, Tapezierspinne oder Schokoladen-Fruchtzwerg? Diese Tiernamen gibt es wirklich!
Das ist doch erstaunlich: Der allmächtige Gott, der alles geschaffen hat, der alles weiß und immer gegenwärtig ist, gibt mir als Geschöpf die Verantwortung ab. Zuerst sind es nur Tiernamen, dann die die Verantwortung über die Schöpfung (Gen 1,28), Verantwortung für die uns von Gott anvertrauten Kinder (Eph 6,4) bis hin zur Verantwortung auf politischer Ebene (Röm 13,1).
Die größte Verantwortung, die uns Gott übertragen hat, ist die, seine Frohe Botschaft von der Rettung aus Sünde und Tod in der ganzen Welt weiterzusagen. Er könnte das problemlos, effizienter, besser, zuverlässiger und eindrucksvoller tun, wenn er es selbst übernehmen würde. Aber er vertraut es den Gläubigen an (Mt 28,19-20). Was für ein Vorrecht, was für eine große Verantwortung. Dabei ist klar, retten kann nur Gott durch Jesus, aber ich darf anderen davon weitersagen.
