Wir machen Witze über Bauprojekte, die länger dauern als ursprünglich geplant. Berliner Flughafen, Stuttgart 21 oder Hamburger Elbphilharmonie kommen da sofort in den Sinn. Dass dies ein Klacks im Vergleich zu manchen Gotteshäusern ist, wird an deren Bauzeiten deutlich: An der Sagrada Familia in Barcelona wird seit 1882 gebaut. Das Ulmer Münster mit 513 Jahren ist ganz vorn in der Rangliste mit dabei, allerdings ist mit 632 Jahren Bauzeit der Kölner Dom der klare Gewinner!

Nur Gottes Wohnung hat noch eine längere Bauzeit. Sie beträgt schon rund 2000 Jahre und wird erst fertig, wenn Jesus wiederkommt. Die Rede ist von der Gemeinde.

Du darfst Und weil ihr mit ihm verbunden seid, werdet auch ihr als Bausteine in diese geistliche Wohnstätte Gottes eingefügt. Gottes Werk nicht wegen einer Frage des Essens zerstören! Es ist ja alles rein. Schlecht ist es nur für jemand, der mit dem Essen gegen sein Gewissen handelt.

Die Bibel. (NeÜ)

Die Gemeinde wird als geistliche Wohnstätte Gottes bezeichnet. Sie ist ein einzigartiges Heiligtum, ein heiliger Tempel (Eph 2,21). An anderer Stelle schreibt Paulus: Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? (1 Kor 3,16). Bei diesem Tempel, diesem Heiligtum und dieser Wohnstätte handelt es sich natürlich nicht um ein Gebäude. Es ist ein Bild für den Bau seiner Gemeinde.

Und jeder von uns, ist ein Baustein dieser geistlichen Wohnstätte Gottes. Ein Baustein ist alles andere als spektakulär oder sensationell. In jedem Baustoffhandel sind sie erhältlich, in tausendfacher Ausführung. Nichts Besonderes. Ein einzelner Stein kostet circa einen Euro. Ja, das stimmt. Jeder Christ ist vergleichsweise unwichtig, gering und klein, zumindest in den Augen dieser Welt.

Aber Gott sieht anders auf uns. Er sieht uns als lebendige Steine, die zu seinem geistlichen Haus erbaut werden (1 Petr 2,5). Er sieht uns wie den anderen lebendigen Stein, Jesus,und fordert uns auf, zu ihm zu kommen: Kommt zu ihm, dem lebendigen Stein! Die Menschen haben ihn zwar für unbrauchbar erklärt, vor Gott aber ist er eine ausgesuchte Kostbarkeit (1 Petr 2,4). Ich bin nicht ein einzelner toter Stein, ich bin auch nicht einfach einer von vielen in einer Mauer, sondern ich bin ein lebendiger Stein, eine ausgesuchte Kostbarkeit, in seiner weltweiten Gemeinde, seiner geistlichen Wohnstätte. Auch wenn dieses Bauprojekt erst mit Jesu Wiederkunft ganz fertig ist, erstrahlt es doch schon heute in Gottes Herrlichkeit.