Wer macht schon gerne Fehler? Und wer gesteht schon gerne eigene Fehler ein? Wenn zum Beispiel ein Politiker einen Fehler gemacht hat, versucht er meistens, diesen durch viele Ausreden zu vertuschen. Wehe, der Fehler kommt ans Licht! Dann kann man sich der Politiker anderer Parteien gewiss sein, die wie Aasgeier über einem schweben und vehement den Rücktritt fordern.
In Bezug auf Gott haben alle einen großen Fehler gemacht, denn alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren (Röm 3,23). Gott ist da sehr direkt. Er sagt, wie es ist. Auch wenn das für uns sehr entlarvend und unangenehm ist, hat es doch den Vorteil, dass die Wahrheit auf dem Tisch ist. Wir brauchen nichts abzustreiten, sondern nur noch umzukehren und um Vergebung zu bitten. Ganz einfach, oder?
Denn man wird für gerecht erklärt, wenn man mit dem Herzen glaubt, man wird gerettet, wenn man seinen Glauben mit dem Mund bekennt.
Die Bibel. (NeÜ)
Paulus beschreibt, dass die innere auch eine äußere Umkehr mit sich bringen muss. Alles andere ist keine echte Umkehr. Zur Umkehr und zum Glauben gehört auch das mit dem Munde bekennen. Es geht hier nicht um ein innerliches Entblößen vor der ganzen Welt, ein öffentliches und peinliches Zurschaustellen, sondern um ein ehrliches Bekennen meiner Sünde vor Gott. Das Wort bekennen kann auch mit eingestehen oder zugeben übersetzt werden. Ich gebe vor Gott zu, dass ich ein Sünder bin, gestehe meine Schuld ein und bekenne diese. Ich darf das im persönlichen Gebet tun, manchmal hilft es aber auch, diese Schuld im Beisein anderer vor Gott zu bekennen. Sie werden zu einer Art Zeuge vor Gott. Daraufhin vergibt Gott mir meine Schuld (1 Joh 1,9). Ganz einfach, oder?
Und doch tut sich der Mensch so schwer, seine Sünde vor Gott zu bekennen und auch vor den anderen dazuzustehen: Ja, ich bin Sünder! In einer Welt, in der man sich immer möglichst vorteilhaft und perfekt präsentieren muss, fällt es uns schwer, ehrlich zu sein. Dabei kann ich Gott nichts vormachen. Er weiß es ohnehin schon! Also, egal was die anderen denken, ich bekenne ihm meine Schuld und lebe jetzt befreit unter seiner Vergebung. Ganz einfach, oder?
