Tim Bendzko singt: Muss nur noch kurz die Welt retten. Wie oft denken wir, dass wir noch dies und jenes erledigen müssten. Wir müssen schließlich die Welt retten, oder? Wir werden dabei von anderen, auch von Menschen in der Gemeinde, in eine Ecke gedrängt: Du musst das …, Du solltest hier …

Noch am Vorabend hatte Jesus alle Hände in Kapernaum voll zu tun. Es war schon dunkel, aber er heilte immer noch viele Menschen und trieb Dämonen aus. Er hatte sogar so viel zu tun, dass er am nächsten Morgen vor Sonnenaufgang schon von Petruswährend seiner Gebetszeit unterbrochen wird.

Offensichtlich war er tags zuvor nicht mit allen Aufgaben fertig geworden. Die Leute von Kapernaum wollten noch mehr von ihm. Sie drängen ihn dadurch in eine Ecke: Du solltest …, Du musst … Petrus macht ihm auch diese Dringlichkeit deutlich: Jedermann sucht dich (Mk 1,37).

Wie würde er reagieren? Würde er sich von den Menschen drängen, instrumentalisieren lassen?

Aber er sagte: Lasst uns jetzt in die umliegenden Ortschaften hier gehen, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen. 

Die Bibel. (NeÜ)

Jesus wusste, um seinen Auftrag. Er ist gekommen, um möglichst vielen Menschen das Evangelium zu predigen (Lk 4,18). Es geht ihm in erster Linie nicht um kurzfristige Heilungen, sondern um eine langfristige, ja, ewige Heilung.

Er ließ sich von den Menschen, auch nicht von den Jüngern, in eine Ecke drängen! Er machte sich nur von seinem Vater abhängig. Der gab ihm den Auftrag, das Evangelium zu verkündigen (Joh 14,21). Also, tat Jesus es. Die Wunder, die Heilungen und die Dämonenaustreibungen sind dabei nur Hinweiszeichen dafür, dass das, was er predigte, die Vollmacht des Vaters hatte.

Wie oft lasse ich mir von anderen sagen, was ich zu tun hätte. Ich bin aber nicht anderen gegenüber verantwortlich oder ihnen Rechenschaft schuldig, sondern allein Jesus. Was will er von mir? Was soll ich tun und was soll ich sein lassen?

Übrigens sollte ich mir bewusst sein, dass Jesus mich als Zeugen und nicht als Nothelfer in diese Welt sendet. Ich kann nicht kurz die Welt retten. Jesus hat das durch seinen Tod und seine Auferstehung möglich gemacht. Das war sein Hauptauftrag (Joh 12,47). Was ist mein Auftrag? Zeuge sein! Wie kann ich das heute tun?