„Die Zunge soll mir am Gaumen kleben, wenn ich nicht mehr an dich denke, Jerusalem, wenn du nicht meine allergrößte Freude bist.“
Psalmen 137:6 BIBEL.HEUTE https://bible.com/bible/877/psa.137.6.BIBEL.HEUTE
“Doch wie könnten wir ein Lied für den Herrn auf fremdem Boden singen?
Jerusalem, wenn ich dich je vergesse, dann soll meine rechte Hand mir ihren Dienst versagen!
Meine Zunge soll mir am Gaumen kleben, wenn ich nicht mehr an dich denke, wenn Jerusalem nicht mehr meine allergrößte Freude ist!”
Psalmen 137:4-6 NGU2011
Der Psalmbeter beschreibt auszugsweise die babylonischen Gefangenschaft des Volkes Israel.
Dabei finde ich folgende Recherche (Wikipedia) zum geschichtlichen Hintergrund des babylonischen Exils bemerkenswert, weil sie aufzeigt, wie der einzig wahre Gott die Geschicke seines Volkes durch die Gefangenschaft hindurch zum Guten lenkt.
Das babylonische Exil gilt als die Geburtsstunde des Judentums, wie wir es heute kennen. Da der Tempel in Jerusalem zerstört und der Kultbetrieb unmöglich war, verlagerte sich der Schwerpunkt des Glaubens von Opferriten hin zum geschriebenen Wort und zur gemeinsamen Erinnerung.
1. Warum das Exil die Tora-Entstehung beschleunigte?
* Identitätskrise: Ohne Tempel und eigenes Land drohte das Volk der Judäer in der babylonischen Kultur aufzugehen (Assimilierung).
* Verschriftlichung als Rettung: Priester und Gelehrte begannen im Exil, mündliche Überlieferungen, Gesetze und königliche Chroniken zu sammeln, zu ordnen und aufzuschreiben, um die eigene Identität zu bewahren.
* Theologische Deutung: Das Exil wurde nicht als Schwäche ihres Gottes Jahwe verstanden, sondern um sein Volk zur Umkehr zu bewegen.
2. Entstehung und Redaktion der Tora
* Zusammenführung der Quellen: Im Exil (und der Zeit direkt danach) wurden verschiedene ältere Textstränge (wie die priesterlichen Gesetzestexte und die deuteronomistischen Geschichtswerke) miteinander verwoben.
* Der "Priesterkodex": Große Teile des 3. Buches Mose (Levitikus) und zentrale Schöpfungstexte (wie Genesis 1) entstanden vermutlich im Exil. Sie betonten die Ordnung Gottes inmitten des babylonischen Chaos.
* Abschluss durch Esra: Die endgültige Redaktion und offizielle Durchsetzung der Tora (der fünf Bücher Mose) als verbindliches Gesetz erfolgte kurz nach dem Exil, maßgeblich vorangetrieben durch den Priester und Schriftgelehrten Esra um 444 v. Chr. in Jerusalem.
3. Neue religiöse Praktiken (Ersatz für den Tempel)
Da der Tempel fehlte, gewannen Praktiken an Bedeutung, die man ortsunabhängig durchführen konnte und die als Abgrenzung zur Umwelt dienten:
* Die Beschneidung: Sie wurde zum sichtbaren Zeichen des Bundes mit Gott.
* Die Sabbat-Heiligung: Der wöchentliche Ruhetag hob die Juden von den Babyloniern ab und wurde strikt eingehalten.
* Entstehung der Synagoge: Da es keinen Tempel gab, versammelten sich die Gläubigen in Häusern, um in den heiligen Schriften zu lesen und zu beten – der Vorläufer des Synagogen-Gottesdienstes.
* Monotheismus: Vor dem Exil war unter den Israeliten oft der Glaube an viele Götter verbreitet (Monolatrie). Erst im Exil setzte sich – stark geprägt durch Propheten wie Jesaja – der reine Monotheismus durch: Es gibt nur einen einzigen Gott, und dieser lenkt die Geschicke aller Völker.
„Die Zunge soll mir am Gaumen kleben, wenn ich nicht mehr an dich denke, Jerusalem, wenn du nicht meine allergrößte Freude bist.“
Psalmen 137:6 BIBEL.HEUTE
https://bible.com/bible/877/psa.137.6.BIBEL.HEUTE
“Doch wie könnten wir ein Lied für den Herrn auf fremdem Boden singen?
Jerusalem, wenn ich dich je vergesse, dann soll meine rechte Hand mir ihren Dienst versagen!
Meine Zunge soll mir am Gaumen kleben, wenn ich nicht mehr an dich denke, wenn Jerusalem nicht mehr meine allergrößte Freude ist!”
Psalmen 137:4-6 NGU2011
https://bible.com/bible/108/psa.137.4-6.NGU2011
Dabei finde ich folgende Recherche (Wikipedia) zum geschichtlichen Hintergrund des babylonischen Exils bemerkenswert, weil sie aufzeigt, wie der einzig wahre Gott die Geschicke seines Volkes durch die Gefangenschaft hindurch zum Guten lenkt.
Das babylonische Exil gilt als die Geburtsstunde des Judentums, wie wir es heute kennen. Da der Tempel in Jerusalem zerstört und der Kultbetrieb unmöglich war, verlagerte sich der Schwerpunkt des Glaubens von Opferriten hin zum geschriebenen Wort und zur gemeinsamen Erinnerung.
1. Warum das Exil die Tora-Entstehung beschleunigte?
* Identitätskrise: Ohne Tempel und eigenes Land drohte das Volk der Judäer in der babylonischen Kultur aufzugehen (Assimilierung).
* Verschriftlichung als Rettung: Priester und Gelehrte begannen im Exil, mündliche Überlieferungen, Gesetze und königliche Chroniken zu sammeln, zu ordnen und aufzuschreiben, um die eigene Identität zu bewahren.
* Theologische Deutung: Das Exil wurde nicht als Schwäche ihres Gottes Jahwe verstanden, sondern um sein Volk zur Umkehr zu bewegen.
2. Entstehung und Redaktion der Tora
* Zusammenführung der Quellen: Im Exil (und der Zeit direkt danach) wurden verschiedene ältere Textstränge (wie die priesterlichen Gesetzestexte und die deuteronomistischen Geschichtswerke) miteinander verwoben.
* Der "Priesterkodex": Große Teile des 3. Buches Mose (Levitikus) und zentrale Schöpfungstexte (wie Genesis 1) entstanden vermutlich im Exil. Sie betonten die Ordnung Gottes inmitten des babylonischen Chaos.
* Abschluss durch Esra: Die endgültige Redaktion und offizielle Durchsetzung der Tora (der fünf Bücher Mose) als verbindliches Gesetz erfolgte kurz nach dem Exil, maßgeblich vorangetrieben durch den Priester und Schriftgelehrten Esra um 444 v. Chr. in Jerusalem.
3. Neue religiöse Praktiken (Ersatz für den Tempel)
Da der Tempel fehlte, gewannen Praktiken an Bedeutung, die man ortsunabhängig durchführen konnte und die als Abgrenzung zur Umwelt dienten:
* Die Beschneidung: Sie wurde zum sichtbaren Zeichen des Bundes mit Gott.
* Die Sabbat-Heiligung: Der wöchentliche Ruhetag hob die Juden von den Babyloniern ab und wurde strikt eingehalten.
* Entstehung der Synagoge: Da es keinen Tempel gab, versammelten sich die Gläubigen in Häusern, um in den heiligen Schriften zu lesen und zu beten – der Vorläufer des Synagogen-Gottesdienstes.
* Monotheismus: Vor dem Exil war unter den Israeliten oft der Glaube an viele Götter verbreitet (Monolatrie). Erst im Exil setzte sich – stark geprägt durch Propheten wie Jesaja – der reine Monotheismus durch: Es gibt nur einen einzigen Gott, und dieser lenkt die Geschicke aller Völker.
Interessant, danke!