Beim Herausnehmen der Wäsche entdecke ich eine Hosenkordel in der Wäschetrommel der Waschmaschine. Ich ahne sofort, wo diese herkommt. Beim Waschen hat es sie aus dem Bund der Jogginghose herausgezogen. Ich rege mich auf, weil ich genau weiß, dass es einiges an Zeit und Mühe in Anspruch nehmen wird, bis diese Kordel wieder in den Bund der Hose eingezogen ist. Das hätte mit einem Verknoten der beiden Enden der Hosenkordel ganz einfach vermieden werden können. Mist! Warum habe ich das nur vergessen?
Dagegen staune ich mich immer wieder über die Davids Geduld. Er konnte auf Gottes Eingreifen warten, und konterte alle Versuche anderer, ihn vorzeitig zum König zu machen. Er hatte schon während der Regierungszeit Sauls mehrere Möglichkeiten, den amtierenden König umzubringen und, wie von Gott versprochen, selbst auf den Thron zu kommen (1 Sam 24,7; 26,11). Es waren damals schon fast prophetische Worte, die er über Saul sprach: Der Herr wird ihn schlagen, wenn seine Zeit kommt, dass er sterbe, oder er wird in den Krieg ziehen und umkommen (1 Sam 26,10).
Jetzt war es geschehen. Saul und drei seiner Söhne, die rechtmäßigen Thronfolger, waren in einem Kampf gefallen (1 Sam 31,8). Aber David wurde zunächst nur König über das Südreich Juda, nicht ganz Israel (2 Sam 2,11). Siebeneinhalb Jahre gingen ins Land. Es gab schließlich noch einen vierten Sohn Sauls, nämlich Isch-Boschet, einen weiteren Thronfolger. Er regierte dann tatsächlich, wurde allerdings von den eigenen Leuten umgebracht. Sie hießen Baana und Rechab, und nutzen diesen Mord wohl dazu, inmitten des Niedergangs des Nordreiches, möglichst viel für sich selbst herauszuholen. Zum Beweis ihres Mordes lieferten sie David den Kopf des ermordeten Königs. Jetzt war der Weg für David frei, König von ganz Israel zu werden. Doch David reagierte anders, als von ihnen erwartet.
Wie soll ich dann erst mit Verbrechern verfahren, die einen gerechten Mann auf seinem Bett umgebracht haben? Sollte ich dann nicht sein Blut von euch zurückfordern und euch von der Erde wegschaffen?
Die Bibel. (NeÜ)
David ließ sie zur Strafe umbringen! Er wollte damit klarmachen, dass er Gottes Wege nicht abkürzen würde. Er konnte warten, bis Gott handeln würde. Was für eine Geduld! Kann ich auf Gottes Handeln warten?
