Das Gefühl, dass vieles in Land und Gesellschaft bergab geht, lähmt uns. Manche reagieren resigniert. Manche Christen trösten sich damit, dass in der Ewigkeit alles gut sein wird. Auch wenn dies stimmt, ist das unsere einzige Reaktion, um der bedrückenden Situation zu begegnen?
Die Situation für Israel war wahrlich nicht gut. Die Philister waren übermächtig und ihnen militärisch weit überlegen. Die eigenen Soldaten rannten aus Angst um ihr Leben davon und versteckten sich (1 Sam 13,5-6). Wegen des Ungehorsams ihres Königs Saul war ihr geistlicher Beistand, Samuel, weg und Saul hatte gerade mal noch 600 Soldaten übrig (1 Sam 13,13-15). Außer Saul und Jonathan besaßen die anderen keine Schwerter, weil die Philister dies im Vorfeld verhinderten (1 Sam 13,19-22). Was tun in dieser schlechten Lage?
Saul saß rum (1 Sam 14,2). Er tat nichts. Vielleicht überlegte er, wie er mit seinen wenigen Mitteln, den Philistern trotzdem begegnen konnte. Offensichtlich war ihm noch keine Lösung gekommen, sonst hätte er schon längst etwas unternommen. Aber nein, er saß nur rum!
Jonathan dagegen unternahm etwas.
Jonatan sagte zu seinem Waffenträger: „Komm, wir gehen zum Posten dieser Unbeschnittenen dort drüben. Vielleicht wird Jahwe etwas für uns tun, denn für ihn spielt es keine Rolle, ob wir viele oder wenige sind.“
Die Bibel. (NeÜ)
Komm, wir gehen zu den Philistern und greifen sie an! Ist er durch die hoffnungslose Situation etwa lebensmüde geworden? Spinnt er? Das bringt doch nichts: zwei gegen so viele! Nein, im Gegensatz zu seinem Vater, der sich auf seine eigenen Mittel verlassen musste, weil er Gott schon längst aus seinem Leben hinausgedrängt hatte, rechnete Jonathan mit Gottes Eingreifen: Vielleicht wird Jahwe etwas für uns tun.
Er rechnete mit dem Handeln Gottes und war bereit entsprechend zu handeln (1 Sam 14,8-10). Gott gab ihm grünes Licht und nicht nur Jonathan, sondern ganz Israel feierte einen großartigen Sieg (1 Sam 14,13-15). Saul saß nur tatenlos rum, aber Jonathan ging. Er war überzeugt von Gottes Größe: für ihn spielt es keine Rolle, ob wir viele oder wenige sind.
Rechne ich mit Gottes Eingreifen auch wenn die Situation gerade schlecht ist? Eine schwedische Möbelhauskette würde es wohl so formulieren: Sitzt du noch, oder gehst du schon?
