Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Marathon. Es war in Berlin. Die Zielgerade im Blick. Als ich darüber gelaufen bin, bekam ich sofort eine Medaille umgehängt. Nein, ich hatte nicht gewonnen. Ich erreichte die Platzierung 19 023. Aber egal: Ich hatte es geschafft!

Nicht alle hatten es geschafft. Einer musste zum Beispiel vom Krankenwagen auf der Zielgeraden abgeholt werden. Er war einer der 4500 Läufer, die das Ziel nicht erreichten.

Saul war auch einer davon. Es ist nicht so, dass er den Berlin-Marathon gelaufen wäre, aber er hat das Ziel seines irdischen Laufes nicht erreicht, nämlich bis zum Ende an Gott festzuhalten.

Er hatte so gut begonnen. Als er einmal als junger Mann auf der Suche nach den Eselinnen seines Vaters durch Land zog, machte Saul und sein Diener Halt in Rama. Das war zu dem Zeitpunkt der Aufenthaltsort von Samuel, dem Propheten Gottes. Sie dachten, wie alle damals dachten:

Damals sagte man in Israel: „Komm, lass uns zum Seher gehen!“, wenn man etwas von Gott wissen wollte. Früher wurden die Propheten nämlich „Seher“ genannt.

Die Bibel. (NeÜ)

Saul und sein Diener, sie rechneten mit der Weisung und Führung Gottes. Sie wussten nicht, wo sie die Eselinnen noch suchen sollten, aber sie waren überzeugt davon, dass Samuel ihnen weiterhelfen konnte.

Dieser war Prophet, oder auch Seher genannt. Er war das Sprachrohr Gottes. Was er sagte, das war Gottes Wort. Und auf das wollte Saul hören. Es war ihm wichtig. Wie toll.

Leider hatte er nicht so toll aufgehört. Am letzten Abend seines Lebens ging es zu einer Wahrsagerin. In seiner Verzweiflung wollte er nochmals mit dem toten Samuel reden, nochmal Gott hören. Er empfand es so: Gott hat mich verlassen. Er antwortet mir nicht mehr (1 Sam 28,15 | NeÜ). Deshalb tat er, was Gott strengstens verboten hatte (Lev 20,6). Die Wahrheit war diese: er hatte Gott verlassen! Er hatte sich von Gott abgewandt (1 Sam 28,18).

Nun war eine Umkehr zu spät, er musste das Gericht Gottes spüren. Samuel sagte: Morgen wirst du mit deinen Söhnen bei mit sein (1 Sam 28,19).

Das soll mir eine Warnung sein: Nicht der Weg ist das Ziel, sondern das Ziel ist das Ziel.