Mein Freund und ich machten in den späten 80er-Jahren eine Radtour von Süddeutschland nach Korsika und Sardinien. Über fünf Wochen waren wir unterwegs. Damals gab es weder Navi noch Routenplaner. Mit Straßenkarten planten wir unseren Weg. Niemand leitete uns, sondern wir mussten immer wieder anhalten und uns anhand der Karte orientieren. Das ging auch, aber heute ist da vieles einfacher. Auf dem Routenplaner kann man das Ziel eingeben und sich beim Radfahren navigieren lassen.
Die Israeliten hatten bei ihrer Wüstenwanderung ein Navi zu Verfügung. Es hieß Jahwe.
Jahwe zog vor ihnen her, um ihnen den Weg zu zeigen. Tagsüber führte er sie in einer Wolkensäule und nachts in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten. So konnten sie Tag und Nacht weiterziehen.
Die Bibel. (NeÜ)
Sie konnten sich ganz einfach tagsüber an einer Wolkensäule und in der Nacht an einer Feuersäule orientieren. Gott selbst ging ihnen voran. Er deutet mittels der Wolken- und Feuersäule sogar an, wann es Zeit war sich zu lagern und wieder aufzubrechen (Num 9,17.22). Wie praktisch.
Gott war wie ein Trainer, der einen genauen Plan umsetzte, damit sie am Ziel ankommen würden. Er entschied nicht nur den Weg, wann es Zeit war anzuhalten oder weiterzuziehen, sondern er war immer dabei. Sie sahen ständig seine Gegenwart: morgens, mittags, abends, nachts. Wie beruhigend das gewesen sein muss. Gerade in den schwierigen Phasen übernahm Gott die entscheidende Rolle. So stellte er sich mit der Wolke zwischen die Israeliten und die ägyptische Armee (Ex 14,19).
Haben wir heute auch eine Art Wolken- und Feuersäule in unserem Leben? Ja, der Heilige Geist, der in jedem Gläubigen lebt, will wie so ein Trainer sein, der genau weiß, was wir brauchen, welchen Weg wir einschlagen sollen und wann es an der Zeit ist, zu ruhen oder weiterzugehen.
Das Neue Testament nennt den Heiligen Geist auch Beistand, Tröster, Helfer oder Ratgeber (Joh 14,16), ganz wörtlich ein Herbei-Rufer. Ein Trainer ist ein Herbei-Rufer, der seine Spieler immer wieder an den Spielfeldrand ruft und seinen Spielern Instruktionen gibt, der auch vom Spielfeldrand zu seinen Spielern hineinruft, ihnen Tipps gibt, sie ermahnt oder ermutigt. So schenkt Gott uns Orientierung, nur dass er nicht nur am Rand steht, sondern mittendrin ist!
