Gott hält, was er verspricht. Er hatte Josef in zwei Träumen angedeutet, was passieren würde. Auch wenn der Teenager Josef vielleicht etwas naiv oder selbstverliebt seine Träume seinen Brüdern und seinem Vater unter die Nase rieb, so waren es doch Gott gewirkte Träume (Gen 37,5-11). Er sah im ersten Traum Getreidegarben seiner Brüder, die sich vor seiner eigenen Garbe verneigten. Die Brüder wussten sofort, was dies zu bedeuten hatte: Willst du unser König werden und über uns herrschen (Gen 37,8)? Klar, waren sie über diesen Traum alles andere als begeistert (Gen 37,11)!
Jahre später, Jahre nachdem die verärgerten Brüder sich an ihrem Bruder gerächt hatten, erfüllte sich dieser Traum.
Josef war der Machthaber im Land; er war es, der den Getreideverkauf an das Volk überwachte. Als nun die Brüder Josefs kamen, verneigten sie sich tief gebeugt vor ihm.
Die Bibel. (NeÜ)
Die Brüder kamen, um Getreide zu kaufen. Es herrschte eine Hungersnot im Lande Kanaan und sie waren gezwungen, in Ägypten Getreide zu kaufen, sonst drohte der ganzen Familie von Jakob der Hungertod. Sie ahnten nicht, dass es sich um Josef handelte, der ihnen als Zweithöchster im Staat Ägyptens gegenüberstand. Josef dagegen erkannte seine Brüder sofort (Gen 42,8).
Da waren sie, die Träume, die er vor langer Zeit gehabt hatte. Sie waren Wirklichkeit geworden. Seine Brüder hatten sich vor ihm verbeugt. Und das war keine Eintagsfliege. Sie verbeugten sich wiederholt vor ihm und fielen vor ihm nieder (Gen 43,26.28; 44,14; 50,18).
Natürlich hatte sich Josef verändert. Er war nicht mehr der 17-jährige Teenager, der naiv, selbstverliebt oder arrogant auftrat. Gott hatte ihn im Laufe der Jahre verändert. Josef hatte eine andere Sicht auf die Dinge (Gen 50,20). Er wusste, dass Gott alle Situationen seines Lebens, die angenehmen, wie auch die schwierigen, dazu benutzt hatte, um ihn zu gebrauchen. Gottes Träume sind Wirklichkeit geworden.
Gottes Träume sind in seinem Wort, der Bibel, offenbart. Seine Träume für die Zukunft sind festgehalten, wobei es sich nicht um sein Wunschdenken handelt, sondern um sein gewisses Zukunftshandeln. Daher darf ich getrost in die Zukunft gehen. Auch wenn in meinem Leben und in der Welt vieles drunter und drüber gehen mag, es gilt: Er hält, was er verspricht.
