Wo wohnt Gott? Ein Jude zur Zeit Jesu würde auf den Jerusalemer Tempel zeigen. Es ist der Ort, den Gott schon David als Tempelplatz gezeigt und wo später dann der erste Tempel unter Salomo gestanden hatte. Ein Hebräer, der aus der ägyptischen Sklaverei befreit und jetzt auf dem Weg durch die Wüste ins verheißene Land war, hätte auf die Stifthütte, den mobilen Tempel, gezeigt. Dort wohnt Gott!
Und wo wohnte Gott vor dem Tempel und der Stiftshütte? Jakob, der die Erscheinung mit der Himmelsleiter hatte, an der Engel auf und ab schwebten, hat folgende Antwort:
Und hier an dieser Stelle, wo ich den Stein aufgestellt habe, soll ein Haus Gottes stehen. Und von allem, was du mir gibst, werde ich dir treu den zehnten Teil zurückgeben.
Die Bibel. (NeÜ)
Es war dort, wo Gott zu ihm sagte: Ich bin der Herr, der Gott deines Vaters Abraham, und Isaaks Gott (Gen 28,13). Er hatte Gott erlebt und nannte diesen Ort Bethel, Haus Gottes. Da wohnte Gott.
Gott erschien Abraham in Mesopotamien, also wohnte er auch dort (Apg 7,3). Er taucht auch wieder bei Josef im Gefängnis von Ägypten auf (Apg 7,9). Dann erscheint er Mose im brennenden Dornbusch (Apg 7,30) und auf dem Berg Sinai (Apg 7,38).
Die Frage bleibt: Wo wohnt Gott? Stephanus gibt uns ein Teil der Antwort: Aber der Allerhöchste wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind (Apg 7,48). Gott ist viel zu groß, als dass man ihn in ein Gebäude oder einen Ort packen könnte.
Johannes verweist auf Jesus selbst als den Tempel Gottes (Joh 2,21). Paulus ergänzt: Die Gemeinde Jesu ist auch Gottes Tempel (1 Kor 3,16), wie auch jeder einzelne Gläubige (1 Kor 6,19).
Wo wohnt Gott? Er wohnt überall. Er ist der Allgegenwärtige. Aber er wohnt ganz persönlich und nahbar durch seinen Geist in jedem Gläubigen.
Bei meiner Bekehrung zog er in mein Leben ein. Er kam nicht, um mal kurz Urlaub zu machen, sondern um dort dauerhaft einzuziehen (2 Kor 1,22)! Er nahm mein Türschild heraus, drehte es um, schrieb seinen Namen darauf und setzte es wieder ein.
Wo wohnt Gott? Er wohnt in mir, dem Gläubigen. Persönlich, nahbar, dauerhaft. Was für eine Zusage.
