Eine junge Frau erzählte mir von ihrer Abkehr von ihrem alten Leben. Sie hatte den falschen Freundeskreis, und Alkohol gehörte damals dazu. Eines Tages entschloss sie sich, diese Art von Leben und ihre alten Freunde hinter sich zu lassen. Sie wollte so nicht mehr leben. Sie hatte den Drang, in eine Kirche zu gehen, bekehrte sich und lebt seitdem ein anderes, ein erfülltes und sinnvolles Leben. Heute will sie in dieses alte Leben nie wieder zurück.
Abraham war inzwischen 140 Jahre alt und sein Sohn Isaak hatte mit 40 Jahren noch keine Ehefrau (Gen 25,20). Das war ein Problem, ein anderes kam hinzu. Abrahams Familie lebte zwar im von Gott verheißenen Land Kanaan, aber dessen Einwohner glaubten nicht an Gott. Deshalb beauftragte Abraham einen Knecht, für Isaak eine Ehefrau unter seiner Verwandtschaft in Mesopotamien zu suchen. Auf dessen Nachfrage, ob Isaak auch nach Mesopotamien zurückziehen würde, falls die zukünftige Ehefrau nicht bereit wäre, ins verheißene Land Kanaan umzuziehen, bekam er eine energische, aber klare Antwort.
Auf keinen Fall!, sagte Abraham. Mein Sohn soll niemals dorthin zurück!
Die Bibel. (NeÜ)
Er wiederholte diese Aussage nochmals mit Nachdruck: Wenn aber das Mädchen dir nicht folgen will, so bist du dieses Eides ledig. Nur bringe meinen Sohn nicht wieder dorthin! (Gen 24,8). Es war ihm wichtig, dass sein Sohn Isaak in einem Land leben würde, das Gott ihm zugesprochen hatte. Mesopotamien war zwar sein Herkunftsland, aber nicht sein Heimatland. Heimat war für ihn dort, wo Gott ihn haben wollte und Beziehung mit Gott gelebt werden konnte. Das war in Mesopotamien, dessen Einwohner vom lebendigen Gott nichts wussten, unmöglich. Deshalb war es Abraham so wichtig, dass die zukünftige Ehefrau bereit war, dorthin zu ziehen, wo diese gelebte Gottesgemeinschaft möglich war.
Rut, eine Ausländerin aus Moab, wollte Gott nachfolgen, und das hieß für sie, ihr Herkunftsland zu verlassen. Sie sagte zu ihrer Schwiegermutter Naomi: Wo du hingehst, da will ich auch hingehen … und dein Gott ist mein Gott (Rut 1,16).
Bin ich bereit, mein altes, zerstörerisches Leben hinter mir zu lassen, weil ich merke, dass ich die Beziehung zu Gott benötige? Trotz aller Konsequenzen und Kosten lohnt es sich. Man möchte nie mehr ins alte Leben zurück.
