Bei vielen ist das Glas nicht halb voll, sondern halb leer. Gerade wir Deutschen sehen die Situation im eigenen Land gerne etwas kritisch bis negativ. Viele erkennen erst, wie gut es ihnen in ihrem Heimatland geht, wenn sie eine gewisse Zeit im Ausland gelebt, studiert oder gearbeitet haben. Viele sehen dann wesentlich positiver auf das eigene Land.

Christen neigen dazu, zu sehr auf die eigene Situation und ihre Alltagssorgen zu blicken. Das zieht sie nach unten. Paulus versucht, den Blick der Gemeinde in Ephesus neu auf Gott auszurichten. Dieser Blick gibt ihnen erleuchtete Augen, weil sie dann auf die großartige Hoffnung schauen, die sie durch Gott haben. Paulus schreibt ihnen, wozu dieser Blick nützt:

damit ihr erkennt, wie überwältigend groß die Kraft ist, die in uns Gläubigen wirkt; die Kraft, die nur zu messen ist an der gewaltigen Macht,

Die Bibel. (NeÜ)

die er in der Auferstehung und der Himmelfahrt Jesu gezeigt hat (Eph 1,20). In diesem negativen Sog überschätzen wir unser eigenes Scheitern und verlieren dabei den Blick auf Jesus. Er kennt zwar auch unser Versagen, aber er weiß auch um seine überwältigend große Kraft. Wir sollten uns auch dieser überwältigend großen Kraft bewusst sein. Sie lebt in uns und will in unserem Leben wirken.

Wir sind uns dieser Auferstehungskraft bewusst. Wir wissen, er hat den Tod besiegt, und jetzt können wir durch ihn ewig leben. Auch wenn uns die Auswirkungen auf unser aktuelles Leben oft gar nicht bewusst sind, hat das Osterwunder eine gewisse Bedeutung.

Aber noch weniger ist das Himmelfahrtswunder in uns lebendig. Jesus ist nicht nur in den Himmel aufgefahren, sondern dort thront er jetzt, hoch über allen Gewalten, allen Mächten und Autoritäten (Eph 1,21). Er regiert nicht nur über die Welt, sondern auch in seiner weltweiten Gemeinde (Eph 1,22). Sie ist Repräsentantin seiner Fülle.

Sind wir uns dieser Kraft und Fülle bewusst? Wir sehen oft nur das Klein-Klein der lokalen Gemeinde, die Probleme, die Hindernisse, den scheinbaren Niedergang, und haben dabei leider Jesus aus dem Blick verloren. Der Schöpfer und Vollender aller Dinge lebt in ihr mit seiner ganzen Fülle (Eph 1,23 | HfA). Wie können wir uns diese Wahrheit wieder bewusst machen?