Heutzutage sieht man immer wieder Autos mit einem symbolisierten Fisch als Aufkleber auf dem Kofferraum. In den ersten Gemeinden galt dieser Fisch (auf griechisch: ichthys) während der Christenverfolgung im Römischen Reich als Geheim- und Erkennungszeichen. Wie wusste man, dass der andere auch bekennender Christ war? Man zeichnete den einen Bogen des Fischsymbols auf die Erde. Wenn der andere das Symbol mit dem anderen Bogen ergänzte, war klar: Der andere war auch Christ.
Die Juden hatten auch ein Zeichen, das Zeichen der Beschneidung. Wer männlicher Jude war, wurde am achten Tag beschnitten (Gen 17,12).
Das Zeichen der Beschneidung besiegelte für ihn die Tatsache, dass Gott ihn schon vor seiner Beschneidung aufgrund seines Glaubens gerecht gesprochen hatte. Er sollte nämlich der Vater für alle werden, die Gott vertrauen, ohne beschnitten zu sein, und denen der Glaube als Gerechtigkeit angerechnet wird.
Die Bibel. (NeÜ)
Paulus, selbst Jude, wurde natürlich auch am achten Tag beschnitten (Phil 3,5). Das war ein eindeutiges Zeichen dafür, dass Gottes Bund mit Israel auch für ihn galt. Er macht aber deutlich, dass dieses Privileg nicht automatisch die Gerechtigkeit vor Gott bedeutete. Allein der Glaube rettet und macht einen Menschen vor Gott gerecht. Die Beschneidung ist lediglich Gottes Bestätigung, ein äußeres Siegel, dass dieser Mensch zum Volk Gottes dazugehört. Das heißt, die Beschneidung ohne Glauben rettet nicht.
Er macht dies am Beispiel Abrahams deutlich. Er hatte geglaubt, bevor er beschnitten wurde. Seine Beschneidung fand mit 99 Jahren statt (Gen 17,24) aber davor heißt es schon: Abram glaubte dem Herrn und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit (Gen 15,6). Deshalb wehrte sich Paulus auch gegen diejenigen Juden, die behaupteten, Jesus plus Beschneidung rettet (Apg 15,1-2). Die Beschneidung ist ein äußeres Zeichen einer inneren Umkehr.
Ist es dann mit der christlichen Taufe gleichzusetzen? Manche mögen das so sehen, aber in Römer 2,29 schreibt Paulus: sondern der ist ein Jude, der es inwendig verborgen ist, und das ist die Beschneidung des Herzens, die im Geist [Hervorhebung des Verf.] und nicht im Buchstaben geschieht. Das Zeichen der Bekehrung ist also nicht das Zeichen der Taufe, sondern das Zeichen des Heiligen Geistes. Durch ihn bekenne und glaube ich: I.Ch.Th.Y.S., Iēsous (Jesus), Christos (Christus), Theou (Gottes), Yios (Sohn), Sōtēr (Retter).
