Manche Theologen töten Jesus! Dass Gott in Jesus Mensch wurde, stellvertretend für die Sünde des Menschen starb und danach in seiner leiblichen Auferstehung den Tod besiegte, das können und wollen manche Theologen nicht verstehen.
Rudolf Bultmann (1884 – 1976), ein deutscher Theologe, sagte: Man kann nicht elektrisches Licht und Radioapparat benutzen, in Krankheitsfällen moderne medizinische und klinische Mittel in Anspruch nehmen und gleichzeitig an die Geister- und Wunderwelt des Neuen Testaments glauben.1 Er fügt hinzu: Christus, der Gekreuzigte und Auferstandene begegnet uns im Worte der Verkündigung, nirgends anders. Eben der Glaube an dieses Wort ist in Wahrheit der Osterglaube.2 Was er damit sagte, war, dass er nicht an die leibhaftige Auferstehung Jesu glaubte. Hauptsache, Jesus ist in mir auferstanden, denn eine leibhafte Auferstehung gibt es aus einer wissenschaftlichen Sicht nicht.
In den Sach- und Worterklärungen der Lutherbibel von 2017 heißt es: Die Aussage von der jungfräulichen Empfängnis Jesu … will nicht als biologisches Wunder, sondern als theologische Aussage über seine göttliche Herkunft verstanden werden.3 Auch da gilt: Eine Jungfrauengeburt ist biologisch unmöglich, daher dürfe man die Jungfrauengeburt ausschließlich theologisch verstehen. Es sei nicht tatsächlich so passiert. Solche Theologen töten Jesus!
Zu Jesu Zeiten gab es jüdische Theologen, die dies im wörtlichen Sinne versuchten. Jesus spricht das ihnen gegenüber in einem Gleichnis deutlich an.
Aber die Winzer sagten zueinander: Das ist der Erbe! Los, bringen wir ihn um und behalten das Land für uns!
Die Bibel. (NeÜ)
Die Winzer sind religiöse Anführer, hier im Besonderen die Hohenpriester und Schriftgelehrten (Lk 20,19); der Erbe ist Jesus. Sie wussten, dass sie gemeint waren (Mk 12,12). Jesus wurde von seinem Vater in die Welt gesandt, aber er wurde im Besonderen von manchen jüdischen Theologen, nicht anerkannt (Joh 1,11).
Sie wollten Jesus töten! In gewisser Weise haben sie es geschafft. Er wurde am Kreuz hingerichtet. Aber sie schafften es in Wirklichkeit eben nicht. Jesus wurde auferweckt. Er hat den Tod besiegt. Er lebt leibhaftig (1 Kor 15,20).
Leider gibt es heutzutage manche Theologen, Pfarrer und Pastoren, die Jesus töten. Sie verwässern oder streiten die Wahrheit des Evangeliums, die Wunder und die Lehre Jesu ab. Aber sie schaffen es letztlich nicht, denn Jesus hat den Tod besiegt. Er lebt leibhaftig!
- Vortrag „Neues Testament und Mythologie“, gehalten am 21. April 1941 auf einer Tagung der Gesellschaft für evangelische Theologie in Frankfurt am Main ↩︎
- Kerygma und Mythos (I). erschienen in der Reihe »Theologische Forschung« im Herbert Reich Evangelischer Verlag, Hamburg-Bergstedt. ↩︎
- Martin Luther. Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017 mit Lemmatisierung, hg. von Evangelischen Kirche in Deutschland, revidierten Fassung, Bd. 2 (Stuttgart: Deutsche Bibelgesellschaft, 2017), 344. ↩︎
