Unterm Strich zähl ich. 3 … 2 … 1 … meins! Das sind lediglich zwei Werbesprüche, welche die vorherrschende gesellschaftliche Tendenz bei uns gut beschreiben. Es geht um mich! Das hat sich auch in viele Gemeinden und bei manchen Christen eingeschlichen. Ich habe einen Plan für mein Leben und erwarte Gottes Segen dafür. Oft kann mir auch mein Gebetsleben anzeigen, wie ich als Christ denke. Wenn die Anbetung und der Lobpreis Gottes gänzlich fehlt, dafür die Bitte für persönliche Anliegen überhandnimmt, dann sollten Warnlichter bei mir angehen. Der Psalmist drückt es kurz und prägnant aus:
Es geht nicht um uns, HERR, – nicht um uns, sondern um deinen Namen. Lass uns deinen Namen in Ehren halten, wegen deiner Güte und deiner Treue.
Die Bibel. (BB)
Es geht nicht um uns, HERR. Das sollte logisch sein. Er ist Gott und ich bin Mensch. Da sollte klar sein, wer im Mittelpunkt steht. Es geht um ihn, nicht in erster Linie um mich. Natürlich liebt mich Gott und ich darf meine Bitten ihm bringen. Und er hört und erhört meine Bitten, vielleicht nicht immer gleich sofort oder so, wie ich es gerne hätte, aber er kümmert sich um mich. Er hat sogar aus Liebe zu mir seinen Sohn geopfert! Als sein Kind versorgt er mich und hilft mir, so durchs Leben zu kommen, dass es ihn ehrt und mir guttut. Aber er steht im Mittelpunkt, nicht ich! Es geht um ihn, nicht um uns.
Wenn wir in die Bibel schauen, dann geht es um seine Herrlichkeit, nicht um meine. Er sagt zum Beispiel über sich: Aber so wahr ich lebe und alle Welt der Herrlichkeit des HERRN voll werden soll (Num 14,21). Er möchte seine Herrlichkeit in der Welt ausbreiten. Im Alten Testament hat er seine Herrlichkeit unter anderem im Tempel sichtbar werden lassen (1 Kön 8,11). Im Neuen Testament wird Jesus (Joh 2,19-21), die Gemeinde (1 Kor 3,16) und der einzelne Christ (1 Kor 6,19) als Tempel bezeichnet. Das heißt, ich bin sein Gefäß, durch das er seine Herrlichkeit scheinen lassen will. Im Himmel wird er, und nicht Menschen, angebetet (Offb 4,10; 5,14; 7,11; 11,16; 19,4). Am Ende wird seine Herrlichkeit erstrahlen (Offb 21,11.23) nicht meine! Vielleicht ist bei mir diesbezüglich ein Umdenken nötig.
