Es gibt komplizierte Menschen, auch komplizierte Gemeinden. Korinth war so eine! Paulus hatte wahrscheinlich mit keiner Gemeinde so einen großen Aufwand wie mit Korinth. Da gab es viel zu korrigieren auch viel zu kritisieren. Paulus hatte sicherlich einige schlaflose Nächte. Es war manchmal zum Verzweifeln und trotzdem hatte er eine große Liebe für die Menschen dieser Gemeinde. Er wollte die Gemeinde unbedingt zum dritten Mal besuchen.

Ich bin sogar bereit, ein drittes Mal zu euch zu kommen. Und ich werde euch auch diesmal nicht zur Last fallen. Ich will nämlich nicht euren Besitz, ich will euch selbst. Schließlich sollen nicht die Kinder für ihre Eltern Vorsorge treffen, sondern die Eltern für ihre Kinder.

Die Bibel. (BB)

Seine erste Berührung mit Korinth hatte er während seiner zweiten Missionsreise (Apg 18,1-11.18). Danach schrieb er ihnen einen ersten Brief (1 Kor 5,9), der aber nicht mehr erhalten ist. Deswegen schaffte er es auch nie in die Bibel. Danach schrieb Paulus einen zweiten Brief, den wir als 1. Korintherbrief kennen. Da es viele Vorwürfe und Auseinandersetzungen gab, entschloss sich Paulus kurzerhand für einen Besuch (2 Kor 13,1-2), um Dinge zu klären, der aber auch nicht die gewünschte Versöhnung zur Folge hatte. Dann schrieb wieder ein Brief, den wir Tränenbrief nennen, der aber auch nicht erhalten ist (2 Kor 2,3-4). Endlich gab es ermutigende Nachrichten aus Korinth, die sein Mitarbeiter Titus überbrachte (2 Kor 7,6-7). Dann folgte der 2. Korintherbrief und schließlich der geplante dritte Besuch (2 Kor 13,1), den er dann auch angetreten hatte (Apg 18,27Korinth war die Hauptstadt Achajas).

Wow. Was für ein Aufwand, was für einen Einsatz! Diese Gemeinde lag ihm wirklich am Herzen. Trotz der ganzen Schwierigkeiten und Auseinandersetzungen. Was hat ihn trotzdem angetrieben? Warum hatte er nicht schon längst hingeworfen, aufgegeben und sich frustriert von Korinth abgewandt? Es kann nur eine Antwort geben: Die Liebe Jesu hat ihn bewegt, in Gang gesetzt, ihn durchhalten lassen.

Es ist die Liebe Jesu, die uns bewegt. Wir werden bewegt, nicht wir bewegen. Wir hätten schon längst aufgeben, aber Jesus nicht! Er bewegt mich zum Nächsten hin, egal was ich für Schwierigkeiten, Auseinandersetzungen oder Probleme mit dem anderen haben möge. Zu wem treibt dich gerade Jesu Liebe hin?